12.01.2012 10:13 |

Lizenzkosten zu hoch

Microsoft legt Pläne für Internet-Abo-TV offenbar auf Eis

Wenige Monate vor dem geplanten Start seines Internet-Abo-Fernsehens zieht Microsoft jetzt offenbar bei dem Projekt den Stecker. Die Gespräche mit Medienkonzernen über Lizenzen für Fernsehsendungen und Filme seien auf Eis gelegt worden, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Jahr lang seien intensiv Gespräche geführt worden. Doch schließlich habe Microsoft entschieden, dass die Lizenzkosten nicht dem Geschäftsmodell des Konzerns entsprächen, sagte ein hochrangiger Medienvertreter. Microsoft lehnte eine Stellungnahme ab.

Mit Microsoft TV wollte der Computerriese gegen eine monatliche Gebühr Programmalternativen zu lokalen Fernsehsendern und Satellitenkanälen anbieten. Dabei hatte Microsoft ein Geschäftsmodell ähnlich jenem der Onlinevideothek Netflix im Blick. Zusätzlich wollte Microsoft jedoch auch aktuell im Fernsehen laufende Sendungen und Live-Übertragungen ausstrahlen, was die Lizenzgebühren in die Höhe getrieben haben dürfte.

Auch der Internetkonzern Google und das Online-Kaufhaus Amazon haben das 100 Milliarden Dollar (78,6 Milliarden Euro) schwere US-Kabel-Fernsehgeschäft ins Visier genommen. Dieses wird bisher von Branchengrößen wie Comcast und DirecTV sowie von Unterhaltungskonzernen wie Walt Disney und Time Warner dominiert.

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