10.01.2012 13:59 |

Harter Kurs

Frankreich weist mehr Ausländer aus als jemals zuvor

Frankreich hat im vergangenen Jahr mehr Ausländer ausgewiesen als jemals zuvor. Knapp 33.000 Einwanderer - und somit laut Innenminister Claude Gueant "die höchste je erreichte Zahl" - mussten 2011 das Land wieder verlassen. Ursprünglich hatte das Innenministerium 28.000 Ausweisungen angepeilt.

Auch die Zahl der Ausländer, die im vergangenen Jahr eine Aufenthaltserlaubnis erhielten, ging zurück. Während 2010 noch knapp 190.000 Menschen die Aufenthaltspapiere bekamen, waren es 2011 nur noch gut 182.000. Er wolle die Zahl auf das Niveau der 1990er-Jahre, also 150.000 Ausländer pro Jahr, weiter drücken, kündigte Gueant am Dienstag an.

Die konservative Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy fährt einen harten Kurs gegen Einwanderer und führte im vergangenen Jahr im Streit mit Italien um Flüchtlinge aus Nordafrika vorübergehend wieder Grenzkontrollen ein. Durch den Arabischen Frühling waren zahlreiche Nordafrikaner nach Frankreich geflüchtet.

Heißes Thema bei Präsidentschaftswahlkampf
Das Thema Einwanderungspolitik ist heuer auch ein heißes Thema im Präsidentschaftswahlkampf. Die rechtsextreme Front National versucht mit Aussagen vor allem gegen muslimische Einwanderer zu punkten. Die FN-Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hatte erst vergangene Woche von einer "Explosion" der Einwanderungszahlen gesprochen, was Innenminister Gueant umgehend als "Lüge" bezeichnete.

Insgesamt zählt Frankreich knapp drei Millionen Ausländer, die regulär im Land leben - rund 2,3 Millionen davon aus Ländern außerhalb der Europäischen Union. Illegal sollen sich 400.000 weitere Ausländer in Frankreich aufhalten.

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