Das Pflanzenschutzmittel „Movento“ darf auf Salzburgs Äckern auch ohne EU-Zulassung verwendet werden. Die Landesregierung hat eine Notfallzulassung bestätigt, was die Grünen kritisieren. Mögliche Alternativen zu dem Spritzmittel wären aufwendig einzusetzen.
Was darf aus Gründen des Pflanzenschutzes auf Salzburgs Felder? Diese Frage beschäftigt auch den Salzburger Landtag. Anlass war eine Notfallzulassung, die das Pflanzenschutzmittel „Movento“ Anfang des Jahres auch für Salzburg erhalten hat. Das Mittel wird unter anderem gegen Blattläuse und Milben eingesetzt.
„Movento“ war bis 2024 in der EU regulär zugelassen, bis Ende 2025 waren die Bestände aufzubrauchen. Danach beantragte die Landwirtschaftskammer eine Notfallzulassung, die im Jänner von der Landesregierung für den Gemüse-, Erdäpfel- und Zierpflanzenanbau bestätigt wurde.
Die Grünen kritisieren diesen Schritt. „,Movento‘ steht im Verdacht, negative Folgen auf Fruchtbarkeit und ungeborene Babys zu haben, und ist giftig für Fische oder Insektenlarven. Salzburg darf sich hier nicht hinter dem Bund verstecken“, sagt Klubobfrau Martina Berthold. Sie fordert ein Vorgehen wie im Burgenland, wo die rot-grüne Landesregierung die Zustimmung verweigerte.
„Ziel ist, Pflanzenschutzmittel nur dort einzusetzen, wo sie fachlich notwendig und praktisch nicht vermeidbar sind“, heißt es dagegen aus dem Büro von Agrarlandesrat Maximilian Aigner (ÖVP). Johann Schmid von der Landwirtschaftskammer ergänzt: „Das setzt niemand zum Spaß ein, sondern nur im Bedarfsfall.“
Gibt es Alternativen zu „Movento“? „Ja, die gibt es. Sie sind aber nicht so wirksam wie dieses Mittel. Viele natürliche Gegenspieler zu Blattläusen fehlen bei der derzeitigen Produktionsweise. Um die Gegenspieler zu fördern bräuchte es einen Umbau mit mehr Artenvielfalt“, sagt Agrartechniker Thomas Durstberger von Global 2000.
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