Selbst abgeschossen?
Russen-Kampfjet an Grenze zur Ukraine abgestürzt
In der russischen Region Brjansk, knapp 400 Kilometer südwestlich von Moskau, ist am Samstag ein zweisitziger russischer Jagdbomber vom Typ Suchoi Su-34 abgestürzt. Stunden zuvor war in der gleichen Gegend ein Hubschrauber vom Typ Mi-8 abgeschossen worden, wie Videos zeigen, die im Internet kursieren.
Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS zitierte am Samstag einen Rettungsdienst-Mitarbeiter mit den Worten, vorläufige Informationen würden darauf hindeuten, dass der Motor des Transporthubschraubers vom Typ Mi-8 vor dem Absturz Feuer gefangen habe. Am Nachmittag berichteten mehrere Medien dann von einem weiteren Hubschrauberabsturz in der Region Brjansk. Die Hintergründe waren zunächst unklar.
Hubschrauber von Rakete getroffen?
Auf einem der Videos im Web ist zu sehen, wie ein Hubschrauber am Himmel explodiert und brennend zur Erde stürzt. In Kommentaren zu dem Clip hieß es, dass es um einen in Russland gebauten Mi-8 handelt, der von einer Rakete abgeschossen worden sei. Zwei Menschen fanden bei dem Absturz den Tod, heißt es in russischen Medien.
Grund für Abstürze vorerst unklar
Der Gouverneur des Oblast (Verwaltungsbezirk, Anm.) Brjanks, Alexander Bogomas, bestätigte zunächst nur den Absturz des Hubschraubers bei Klinzy. Es seien fünf Hausgrundstücke beschädigt worden. Eine Frau sei verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden, sagte er. Es sei ein Einsatzstab gebildet worden. Weitere Details nannte er zunächst nicht.
Das belarussische Medium „Nexta“ mit Sitz in Warschau berichtet auf Twitter, in russischen Medien sei die Rede davon, „dass Sonderdienste in der Region Brjansk nach Saboteuren suchen, die möglicherweise an den Angriffen auf den Mi-8 und den Su-34 beteiligt waren.“
Von eigener Luftabwehr abgeschossen?
Ein in den Tweet eingebundenes Video soll den Absturz des russischen Jets und die brennenden Überreste des Flugzeugs, das wie ein Stein abstürzte, am Boden zeigen. In der Region Brjansk sei ein „Abfangplan“ eingeführt worden, heißt es. „Die russische Luftverteidigung ist die beste Saboteurin“, feixen die „Nexta“-Redakteure in dem Tweet (siehe unten).
Jagdbomber-Crew konnte sich nicht retten
Die zwei Insassen des Kampfjets hätten sich nicht aus dem Flugzeug katapultieren können, hieß es. Sie starben ebenfalls. Unklar war, ob es Schäden am Boden gab. Die Absturzstelle des Su-34 soll in einem Dorf, nur etwa zehn Kilometer entfernt von der Absturzstelle des Mi-8, liegen.
Die Ukraine setzt jetzt offenbar auch Täuschraketen vom Typ ADM‑160 als Köder ein, die die Aufmerksamkeit der gegnerischen Flugabwehr auf sich ziehen sollen. Laut Experten könnten die Radarköderdrohnen des US-Konzerns Raytheon die russische Flugabwehr verwirrt und ein „Friendly Fire“ (Eigenbeschuss, Anm.) provoziert haben. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Die Ukraine wehrt seit mehr als 14 Monaten mit westlicher Hilfe eine russische Invasion ab. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bereits mehrfach einen Sieg der Ukraine mit einer vollständigen Rückholung aller Territorien noch heuer in Aussicht gestellt. Derzeit allerdings besetzen russische Truppen rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebietes.
Russland beklagt immer wieder den Beschuss seiner an die Ukraine grenzenden Regionen. Dort gab es bereits massive Schäden, Tote und Verletzte - allerdings nichts Vergleichbares mit dem auf die Zerstörung der Ukraine gerichteten russischen Angriffskrieg. Die Führung in Kiew betont immer wieder, in dem Konflikt nicht russisches Staatsgebiet anzugreifen.







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