Das oberste Gericht der Vereinigten Staaten hat US-Staaten erlaubt, Transmädchen und -frauen vom Wettbewerb in Frauen- und Mädchensportteams auszuschließen. Damit stützte das Gericht Gesetze aus West Virginia und Idaho, die Transsportlerinnen von Mädchen- und Frauenteams ausschließen.
Mit einer 6:3-Mehrheit entschied das Gericht, dass US-Staaten die Teilnahme am Frauen- und Mädchensport auf Grundlage des bei der Geburt zugeschriebenen Geschlechts selbst regeln dürfen.
Richter Brett Kavanaugh begründete die Mehrheitsentscheidung mit Sicherheitsaspekten und fairem Wettbewerb und verwies auf körperliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
Keine Einzelfallprüfung nötig
Die Mehrheit entschied zudem, dass Bundesstaaten keine Einzelfallprüfung für Transsportlerinnen vornehmen müssen, die Pubertätsblocker oder Hormone eingenommen haben. Solche Bewertungen seien kaum praktikabel – Gesetzgeber und Schulen seien besser geeignet, die erforderlichen Abwägungen zu treffen.
Wichtige Rechtsfragen bleiben offen
Die drei als liberal geltenden Richterinnen widersprachen der Entscheidung. Sonia Sotomayor warf der konservativen Mehrheit vor, den Gleichbehandlungsgrundsatz auszuhöhlen und Transschülerinnen vom Schulsport auszuschließen. Das Gericht ließ aber die umgekehrte Frage offen, ob Bundesstaaten Transathleten die Teilnahme am Sport trotzdem auch erlauben dürften. Diese Frage sei nicht Gegenstand des Verfahrens gewesen, hieß es im Urteil.
US-Präsident Donald Trump begrüßte das Urteil als „großen Sieg“. Das Oberste Gericht habe gegen „Männer im Frauensport“ entschieden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Damit sei diese „lächerliche Situation“ vom Tisch.
Das Oberste Gericht hat gegen Männer im Frauensport entschieden. Damit ist diese lächerliche Situation vom Tisch.
US-Präsident Donald Trump
Das Urteil zählt zu den bisher weitreichendsten Entscheidungen des Supreme Court zu den Rechten von Transpersonen. In den vergangenen Jahren haben nach Angaben des Gerichts 27 US-Staaten Gesetze verabschiedet, die Transmenschen vom Frauen- und Mädchensport ausschließen. Mit der Entscheidung stärkt das oberste Gericht deren rechtliche Grundlage.
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