Ukrainischer Beschuss
Kreml: Bewohner sollen aus Region Charkiw fliehen
Die von Russland ernannte „Verwaltung“ des annektierten Teils der Region Charkiw hat die Bewohner in einer offiziellen Mitteilung aufgefordert, die Oblast „vorübergehend“ zu verlassen. Die dort ansässigen Menschen dürften in großer Gefahr sein.
Obwohl der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj öffentlich mitgeteilt hatte, dass die Großoffensive noch dauern könnte, sind sich viele Experten einig, dass das nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen muss. „Das könnte eine Finte sein. Sie kann eigentlich jederzeit beginnen“, hatte etwa der Russland-Experte Gerhard Mangott im Gespräch mit krone.tv erklärt.
Zivile Opfer verhindern
Nun schrieb die „Verwaltung“ des annektierten Teils der Region Charkiw, es sei besser, sich nicht weiter in dem Gebiet aufzuhalten, bis wieder „günstige Lebensbedingungen geschaffen“ seien. Die Behörden weisen darauf hin, dass die „Empfehlung mit dem verstärkten Beschuss durch die ukrainischen Streitkräfte in Zusammenhang stehe“ und man zivile Opfer verhindern wolle. Für den Fall einer Evakuierung wird den Anwohnern darin „jegliche notwendige Hilfe und Unterstützung bei den weiteren Schritten“ in Aussicht gestellt.
Mitteilungen der offiziellen russischen Seite an die eigenen Bürger sind in der Regel in beschönigender Sprache gehalten - ganz im Gegensatz zu der rüpelhaften Wortwahl, wie man sie von russischen Diplomaten und dem Kreml kennt. Der rosigere Ton hilft den Russen aber auch nicht viel - denn die Versprechen erweisen sich häufig nur als Lug und Betrug.
Im März 2023 hatte der von Russland ernannte „Verwaltungschef“ des besetzten Teils der Region Charkiw Witali Gontschew geäußert, dass 29 Ortschaften der Oblast Charkiw unter Kontrolle der russischen Streitkräfte seien und dort insgesamt 300.000 Menschen lebten.
Ukraine trifft russische Ziele 100 km hinter Front
Am Samstag hatten die russischen Besatzungsbehörden einen ukrainischen Raketenangriff auf die Region Luhansk, die sich 100 Kilometer hinter der Front befindet, gemeldet. Dabei seien sechs Kinder und ein Erwachsener verletzt worden. Außerdem seien das Verwaltungsgebäude einer stillgelegten Verpackungsfabrik und einer Fabrik für Reinigungsmittel im Hauptort Luhansk von zwei Raketen des Typs „Grom“ (Deutsch: „Donner“) aus ukrainischer Produktion beschädigt worden.
Auf Videos war eine schwarze Rauchwolke über der Stadt zu sehen. Weil Luhansk hundert Kilometer hinter der Frontlinie liegt, wurde spekuliert, dass erstmals von Großbritannien gelieferte Marschflugkörper durch Kiew eingesetzt wurden.







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