Wegen Fragebogen

ÖVP und Elementarpädagogen liegen im Clinch

Salzburg
19.04.2023 08:00

Zwischen Salzburger Volkspartei und Kindergärtnern im Bundesland herrscht Eiszeit. Der Grund: Zehn Fragen der Elementarpädagogen an die Politik. Die ÖVP ließ die Fragen als einzige Partei unbeantwortet.

Salzburgs Kindergärtner wollten vergangenen November von den politischen Parteien im Land etwas wissen: Wie ist es um Visionen und Maßnahmen der Landespolitik in der Frühbildung bestellt. Vertreter der Berufsgruppe für Elementarpädagogik (BE) hatten dazu einen Fragebogen erstellt und an die politischen Vertreter im Landtag geschickt. Alle Parteien erklärten sich und gaben Antworten ab – bis auf die Salzburger Volkspartei.

Mitarbeiter der Partei rückten im Netz aus
Im Vorfeld des Fragebogens besprach sich die Berufsgruppe mit zwei ÖVP-Landtagsabgeordneten, dann mit deren Klub und auch mit dessen Chef Wolfgang Mayer. Ein Hauptkritikpunkt am Fragebogen war, dass Antwortmöglichkeiten für die komplexe Problemstellung zu kurz wären. 

Was vielversprechend begann, endete im Clinch. Man stritt und verweigert nun das gemeinsame Gespräch. Zuletzt sagten die Pädagogen nein zum Austausch, weil sie im Rahmen der Wahl mit keiner der Parteien mehr sprechen wollten. Eine Woche vor der Wahl geht der Zwist trotzdem weiter. Am Wochenende rückten ÖVP-Mitarbeiter aus, um die Elementarpädagogen in Sozialen Medien zu piesacken. Und Landesrätin Daniela Gutschi legte am Montag mit einem Mail an die Kinderbetreuungsstätten im Land nach. Gutschi warf den Pädagogen-Vertretern unter anderem vor, Falschinformationen über die ÖVP und den Fragebogen zu streuen.

Kritik an Gutschis Kritik
Einzelne Kindergartenleiterinnen reagierten prompt. Sie übten Kritik an der Bildungslandesrätin, wollten vor der Wahl nicht zum Spielball werden. Auszüge aus den Konversationen liegen der „Krone“ vor. Die ÖVP kritisierte immer wieder das Vorgehen der Pädagogen-Vertretung, die wiederum die Kommunikationsweise der Partei – eine klassische Patt-Situation.

Zitat Icon

Wenn jemand die Unwahrheit erzählt, dann muss man sich wehren. Die Elementarpädagogen sind aber immer eingeladen, die Hand bleibt zum Gespräch ausgestreckt.

Daniela Gutschi, Landesrätin der ÖVP

Zur Verteidigung Gutschis muss gesagt sein, dass ihr die Bildungsagenden der Partei und auch in der Landesregierung obliegen. Aber: die Elementarpädagogik, von der Krabbelgruppe bis zum Kindergarten, liegt bei Neos-Landesrätin Andrea Klambauer. Deren Partei beantwortete im Übrigen den Fragebogen.

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