Neue Details bekannt

Entführer von Cleo Smith (4) muss ins Gefängnis

Ausland
05.04.2023 12:12

Der Entführer von Cleo Smith (4) wurde zu 13,5 Jahren Haft in Australien verurteilt. Das Mädchen war Mitte Oktober 2021 nachts von einem Campingplatz aus dem Familienzelt verschwunden. Am Mittwoch wurde die Ursache für die Entführung bekannt.

Der 37-Jährige leide „an einer schweren und komplexen Persönlichkeitsstörung“ und habe in der Nacht der Tat unter Drogen gestanden, sagte die zuständige Richterin Julie Wagner am Mittwoch in Perth. Für das damals vierjährige Kind sei die Entführung extrem traumatisch gewesen.

Cleo war Mitte Oktober 2021 nachts von einem Campingplatz 75 Kilometer nördlich ihres Heimatortes Carnarvon aus dem Familienzelt verschwunden. Als die Eltern morgens aufwachten, waren sowohl ihre Tochter als auch deren Schlafsack nicht mehr da. Die Polizei hatte eine 100-köpfige Sonderkommission eingesetzt, die verzweifelten Eltern waren mit Aufrufen an die Öffentlichkeit gegangen. 18 Tage lang fehlte von dem Mädchen dennoch jede Spur, bis sie schließlich aus einem verschlossenen Haus in ihrem Heimatort befreit wurde.

Das Mädchen soll keine Verletzungen davongetragen und gepflegt ausgesehen haben. Die Polizei geht von einer ungeplanten und spontanen Entführung aus. Fragen zum Motiv und zu Cleoas Gefangenschaft blieben lange offen.

Mann wollte eigenes Kind haben
Der Besitzer des Hauses wurde in der Nähe auf der Straße festgenommen. Er hat sich bereits im vergangenen Jahr vor Gericht schuldig bekannt und keine Freilassung auf Kaution beantragt. Am Mittwoch erklärte ein vom Gericht beauftragter Psychiater, der Mann habe sich trotz seines isolierten Lebens immer eine eigene Familie gewünscht. Er habe sich eine „Fantasie-Familie“ erschaffen und Profile in sozialen Netzwerken angelegt, in denen er vortäuschte, Kinder zu haben. Auch eine große Puppensammlung wurde in seinem Haus gefunden.

Cleo habe er in einem Schlafzimmer eingesperrt, in dem sie die meiste Zeit allein gewesen sei. Teilweise habe er das Radio laut aufgedreht, damit sie nicht zu hören war. „Sie hat darum gefleht, zu ihren Eltern zu dürfen. Ihre Eltern wussten nicht, ob sie lebte oder tot war. Sie wussten nicht, was mit ihr passiert war oder ob sie jemals zurückkehren würde“, sagte die Richterin.

Strafrahmen betrug bis zu 20 Jahre
Der 37-jährige Entführer wurde nun zu 13,5 Jahren Haft verurteilt. Ihm hätten wegen Kindesraubs bis zu 20 Jahre Haft gedroht. Als mildernde Umstände wurden sein frühes Schuldeingeständnis und seine schwierige Kindheit anerkannt. Der Verurteilte sei bereits im Mutterleib Drogen und Alkohol ausgesetzt gewesen, die Kindheit von Gewalt geprägt gewesen. Er leidet an einer „schweren und komplexen Persönlichkeitsstörung.“ Der Mann kann frühestens in zehn Jahren auf Bewährung freikommen.

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