Schon jetzt gibt es zu wenig Mediziner in den Kliniken. Beim Mitarbeiterschwund ist aber noch lange kein Ende in Sicht.
Die personelle Lage in Wiens Unfallambulanzen ist bereits so angespannt, dass Akutpatienten nicht immer umgehend behandelt werden können - wir berichteten. Und auch in anderen Fachbereichen, wie der Urologie gibt es viel zu wenig Ärzte, so dass es zu einem Rückstau an Behandlungen und Operationen kommt.
Wer aber denkt, schlimmer geht es nicht mehr, der irrt. Denn die Pensionierungswelle bei den Ärzten in den Kliniken nimmt in den kommenden Jahren erst so richtig an Fahrt auf. Das hat eine Anfrage von ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec an Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) aufgedeckt.
Bei Anästhesie und Innerer Medizin wird es eng
Demnach gab es zwischen 2017 und 2021 in den Wiener Stadtspitälern 153 Pensionierungen in der Ärzteschaft. Besonders betroffen davon waren die Fachbereiche Anästhesie und Innere Medizin, die aber auch von gewöhnlichen Kündigungen stark betroffen sind. Ebenfalls gibt der Wiener Gesundheitsverbund eine Prognose zu den anstehenden Pensionierungen in ihren Häusern ab und diese Zahlen zeigen, wie stark dieses Problem in den kommenden Jahren noch ansteigen wird. So soll es zwischen 2022 und 2025 zu fast 300 Pensionierungen in der Ärzteschaft kommen, sprich eine Verdoppelung im Vergleich zu der Zeit zwischen 2017 und 2021.
Gerade bei der Anästhesie hat das Fehlen der Fachärzte eine direkte Auswirkung auf die Patienten, denn dadurch müssen Operationen verschoben und OP-Säle gesperrt werden.
Es braucht jetzt eine ganz klare Auflistung der geplanten Maßnahmen, um den Personalexodus der Ärzte in den Wiener Spitälern zu stoppen.
ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec
Aus dem Büro vom Gesundheitsstadtrat heißt es dazu: „Von 2017 bis 2022 wurden in unseren Spitälern 416 zusätzliche Dienstposten für Ärzte aufgebaut. Im Jahr 2022 lag der durchschnittliche Besetzungsgrad der ärztlichen Dienstposten bei 95,5 Prozent. Zudem fordert Stadtrat Peter Hacker, dass die Zahl der zugelassenen Studenten an den MedUnis erhöht wird, um letztlich mehr Ärzte zu erhalten.“
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