Die Ebenseerin Conny Fasching liebt die fünfte Jahreszeit über alles und trägt sie sogar in ihrem Nachnamen. Sie näht gerade ein „Fetzenkostüm“ und lässt sich dabei zuschauen.
Lange hatte der Dirndlrock von der Uroma in der Lade geschlummert. Doch heute ist sein großer Tag. Conny Fasching, durch und durch Ebenseerin, nimmt ihn heraus: „Mein Neffe Lorenz braucht den Rock“, sagt sie geheimnisvoll. Er ist heuer 16 Jahre alt geworden: „Jetzt darf ich beim ,Fetzenumzug’ mitgehen!“, lüftet er auch schon das Geheimnis. Zu seinem „Fetzenkostüm“ wird der Rock von der Uroma gehören. „Dazu kommen Trachtenjacke und Hut“, erklärt Fasching, während sie sich an die Nähmaschine setzt.
Sie näht bunte Flicken auf, Borten, Maschen: „Man sammelt das ganze Jahr.“ Fasching, die die Modeschule absolvierte, näht oft so ein Kostüm für andere oder für sich: „Hin und wieder brauche ich auch ein neues Faschingsgewand.“
Während ihre Nähmaschine rattert, pimpen Lorenz und seine etwas ältere Cousine Emma ihre Hüte mit Tüll und Kunstblumen auf, sogar das Ferkel von Winnie Pooh bekommt einen Platz. Und sie probieren ihre Holzlarven aus, die ebenfalls zur Ausstattung gehören und eine wichtige Funktion erfüllen. „Wenn wir als ,Fetzen’ unterwegs sind, geht es auch ums Austadeln der Zuschauer“, erklärt Fasching. Sie meint damit, dass diese Figuren anderen Leuten ihre Meinung sagen und ihre Späße machen: „Dabei darf man nicht erkannt werden.“
Ein Regenschirm gehört unbedingt dazu
Endlich ist der Rock fertig, auch die Jacke zieren schon viele Flicken. Jetzt fehlt Lorenz nur noch der „Paraplui“, ein Regenschirm, der auch dazugehört – so will es die Tradition.
Für Fasching, die ihren Namen übrigens einst bei ihrer Hochzeit bekam, ist der Ebenseer „Fetzenumzug“, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, ein wichtiger Höhepunkt im Jahreskreis. Er findet immer am Rosenmontag statt und fällt daher heuer auf den 20. Februar.













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