„Braucht etwas Zeit“

Ukraine erholt sich von den massiven Blackouts

Ausland
24.11.2022 17:15

Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind am Mittwoch mindestens drei Menschen getötet worden. Sechs weitere Menschen wurden verletzt. Die Region Kiew war nach den Angriffen ohne Strom, auch die Wasserversorgung fiel aus. Kommunale Dienste arbeiteten mit Hochdruck, um die Energieversorgung wieder herzustellen. Drei vom Stromnetz getrennte ukrainische Atomkraftwerke wurden bereits wieder angeschlossen, darunter auch jenes in Saporischschja.

„Faktisch werden alle Gebiete der Ukraine mit Strom versorgt“, sagte der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko. Das heißt allerdings nicht, dass auch alle Haushalte wieder Strom bekommen. Wie viele Ukrainer tatsächlich wieder Strom haben, führte er nicht aus. 

Am Mittwoch hatte der staatliche Betreiber Energoatom auf Telegram erklärt, dass das Notfallsystem der drei Akw Riwne, Piwdennoukrainsk und Chmelnyzka infolge des russischen Beschusses aktiviert worden sei. Daraufhin seien alle Reaktoren automatisch vom Stromnetz getrennt worden. Auch das von Russland besetzte Kernkraftwerk Saporischschja wurde wieder an die externe Stromversorgung angeschlossen. Die Dieselgeneratoren seien abgestellt worden.

Schutzzone um Atomkraftwerke
Die russische Atombehörde Rosatom sprach sich für die Einrichtung einer Schutzzone um Saporischschja aus - allerdings zu Moskauer Bedingungen. Behördenchef Alexej Lichatschow gab der Nachrichtenagentur Interfax zufolge auch an, wie er sich die Schutzzone vorstelle:

Demnach dürfe die Ukraine das Gelände weder beschießen noch versuchen, es zurückzuerobern: „Im Gegenzug, das ist klar, stationiert Russland dort keine Angriffswaffen und -kräfte, sondern nutzt nur Mittel zum physischen Schutz und der Bewachung der Anlage.“ Zugleich teilte der Rosatom-Direktor mit, alle elektrischen Leitungen um die Nuklearanlage herum seien beschädigt. Das Herunterfahren des Reaktors in den Kaltzustand biete nur „relative Sicherheit“, warnte er.

Mehr als zwei Drittel Kiews seien noch von der Versorgung abgeschnitten, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstag. Die Wasserversorgung wurde wiederhergestellt. „Doch braucht es eine gewisse Zeit, bis das Wasserleitungssystem wieder mit voller Leistung arbeitet“, warnte er.

Angesichts der Blackouts hat die europäische Nachrichtenagentur-Allianz EANA für ihr Mitglied Ukrinform einen Stromgenerator gekauft, welcher der ukrainischen Nachrichtenagentur die Aufrechterhaltung des Betriebs ermöglichen soll.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele