Endlich war er da. Endlich wollte sich „Handy-Man“ Thomas Schmid, dessen 300.000 Chats die bedeutendste Causa in der Strafgeschichte der 2. Republik auslöste, dem U-Ausschuss stellen. Die Erwartungen aller wurden bitter enttäuscht. Schmid kam, um zu sagen, dass er nichts sagen werde.
Was ist da schiefgelaufen? Die Befragung im U-Ausschuss kam einfach viel zu früh, seine Aussagen vor den Korruptionsstaatsanwälten sind noch nicht zu Ende. Der Kronzeugenstatus ist noch lange nicht fix für ihn. Daher fragt man sich: Warum haben in dieser höchst sensiblen Causa, die sich gegen die ehemalige Regierungsspitze richtet, Justiz und Untersuchungsausschuss keine besondere Sorgfalt an den Tag gelegt? Stattdessen blockieren sich zwei wichtige staatliche Institutionen.
Ungeachtet dessen, dass die Vernehmung noch nicht abgeschlossen ist, legt das Justizministerium auch noch eine Themenliste vor, zu dem Schmid ohne Gefährdung der Ermittlungen befragt werden könne. Das Manöver erhöhte den Druck nochmals, dass Schmid auspacken werde.
Da hat man einen Trumpf in der Hand und pulverisiert die Glaubwürdigkeit des „Kronzeugen in spe“ gleich wieder. Es wird Zeit für eine ernsthafte Diskussion, ob es der Aufklärung nicht mehr gedient hätte, die Sensationsgier der Abgeordneten im U-Ausschuss hintenan zu stellen und abzuwarten, ob Schmid überhaupt der Kronzeuge wird.








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