Nun hat es Tirol geschafft. Nein, nicht von der ersten Meisterleistung der neuen Landesregierung ist die Rede, im Gegenteil: Seit 48 Stunden sind wir Träger der „Roten Laterne“ was die Nichterfüllung der Asylquote betrifft. Platz neun von neun Ländern. Laut Bundesgesetz - also nicht irgendeinem Wischiwaschi-Zettel - ist die Landespolitik verpflichtet, 7771 Menschen aufzunehmen. Aktuell sind 4852 in Tirol. Das bedeutet eine Abweichung von 2919 Plätzen oder satten 37,56 Prozent von dieser klaren Vorgabe.
Wir sind also peinliches Schlusslicht, knapp dahinter folgen Kärnten und Vorarlberg. Dass sich der „Westen“ wenig um die Bundesvorgaben schert, ist doppelt brisant, zumal sowohl in Tirol als auch in Vorarlberg akkurat grüne Politiker für die Flüchtlingspolitik zuständig sind bzw. waren. In Tirol Gabriele Fischer, nunmehr Ex-Regierungsmitglied. Sie hatte noch in der Vorwoche großmundig in einem Großformat gemeint, bis Ende November an die 500 weitere Plätze zu schaffen. Seitdem hat man von ihr genau gar nichts mehr gehört.
Ihre Ankündigungen sind lediglich der Beweis dafür, dass es leicht ist, von der Oppositionsbank aus zu klugscheißern, um dann in Regierungsverantwortung selbst nichts weiterzubringen. Ihren Scherbenhaufen darf nun Georg Dornauer (SPÖ) aufräumen. Zieht man die nun in die Grundversorgung des Landes gewechselten 16 Menschen ab, bleiben 2903 Plätze, die Dornauer finden muss. Vorausgesetzt er kann zaubern, schafft er das auch.
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