Onkel (45) vor Gericht

Nichte geschlagen: „Ich wollte sie nur beschützen“

Tirol
25.06.2026 08:05

Ein 45-jähriger Mann schlug seiner Nichte (17) aus „Sorge“ in Gesicht. Ihm war ein Dorn im Auge, dass sie sich mit Burschen traf, die angeblich mit Drogen zu tun haben. Vor Gericht kam der Mann nun glimpflich davon.

Mitten am helllichten Tag eskalierte im Kufsteiner Stadtpark ein Streit zwischen einem in Tirol lebenden Libanesen (45) und seiner 17-jährigen Nichte. Laut Ermittlern der Polizei hat der Onkel der Jugendlichen, die sich dort Mitte April mit einigen Burschen traf, mehrere heftige Schläge versetzt und sie gegen ihren Willen nach Hause bringen wollen. Die 17-Jährige soll dabei auch verletzt worden sein.

45-Jähriger fühlte sich für die Nichte verantwortlich
„Es stimmt, Frau Rat“, versuchte der Angeklagte vor Gericht erst gar nicht, um den heißen Brei herumzureden. Er habe ihr zwei „Watschen“ gegeben. Aber nicht aus dem Grund, dass er nicht gewollt habe, dass sie sich mit Burschen treffe, wie Richterin und Staatsanwältin vielleicht vermuteten. „Ich weiß, dass zwei von ihnen der Drogenszene angehören. Wir haben in Kufstein ja ein Problem mit Suchtgift – und ich wollte als Onkel meine Nichte einfach beschützen“, erklärte der vierfache Familienvater.

In diesem Park in Kufstein kam es zum Streit.
In diesem Park in Kufstein kam es zum Streit.(Bild: Hubert Berger)

Zudem sei der 45-Jährige auch enttäuscht gewesen, dass ihn das Mädchen angelogen habe. „Sie hat zu mir gesagt, dass sie mit Freundinnen nach Wörgl fahren will. Als sie mich dann im Stadtpark gesehen hat, wollte sie sogar abhauen“, erinnert sich der Wahl-Tiroler.Keine Verurteilung: Onkel muss zur Männerberatung“Ich habe einen Fehler gemacht. Es wird nicht mehr vorkommen“, versprach der Angeklagte. Eine Entschuldigung ihres Onkels wollte die 17-Jährige vor Gericht allerdings nicht annehmen.

Am Ende blieb dem 45-Jährigen eine Verurteilung erspart: Trotz Vorstrafe wurde das Verfahren mit einer Probezeit von zwei Jahren eingestellt. Er muss aber ein Anti-Gewalt-Training bei der Männerberatung absolvieren. Damit soll sichergestellt werden, dass sich derartige Szenen künftig nicht wiederholen.

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