Curacao ist der kleinste WM-Teilnehmer aller Zeiten. Die Mannschaft aus dem Karibikparadies gelang mit dem 0:0 gegen Ecuador eine faustdicke Überraschung. Und jetzt träumt der „Super-Zwerg“ sogar von der ganz großen Sensation – dem Aufstieg ins 1/16-Finale. Dafür muss Donnerstag ein Sieg gegen die Elfenbeinküste her.
Die rund 150.000 Einwohner von Curacao sind komplett vom Fußball-WM-Fieber erfasst worden. Der gebürtige Wiener Guido Heidler, der mit seiner Frau Ulrike schon lange im Karibikparadies lebt, erzählt: „Nach dem 0:0 gegen Ecuador gab es ein riesiges Feuerwerk, das größer als an Silvester war. 80 Prozent der Bevölkerung tragen blau-gelbe Sachen, die Fahnen sind ausverkauft, alles ist wunderschön geschmückt. Es gibt gerade nur ein Thema.“
„Die Spieler werden vergöttert“
Und das ist der Traum von der Sensation, vom Aufstieg in das 1/16-Finale. Dafür muss Donnerstag gegen die Elfenbeinküste am Donnerstag aber ein Sieg her. Heidler, der als Stürmer im deutschen Duisburg fast Fußball-Profi geworden wäre, sagt: „Natürlich wird das schwer, die Elfenbeinküste ist ein starkes Team. Aber Curacao hat viel Herz. Und das Schöne beim Fußball ist, dass nichts unmöglich ist. Die Spieler, die her absolut vergöttert werden, haben eine breite Brust.“
15 Paraden waren WM-Rekord
Besonders selbstbewusst ist Torhüter Eloy Room, der mit seinen 15 Paraden gegen Ecuador einen WM-Rekord für ein Spiel über 90 Minuten aufstellte und dabei laut Statistik 2,46 erwartete Tore verhinderte. Er hatte nach dem Spiel gescherzt, dass er sich jetzt eine Statue verdiene.
„Wird tatsächlich schon ein Denkmal geplant“
Heidler berichtet: „Es wird tatsächlich mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz schon ein Denkmal für ihn geplant.“ Room, 37-jähriger Torhüter von US-Zweitligist Miami FC, kann gar nicht glauben, was ihm in letzter Zeit alles passiert ist. Sein erstes Märchen erlebte er im März 2023, als nach dem Test gegen Argentinien (0:7) der dreifache Torschütze Lionel Messi den Goalie um einen Trikottausch bat.
Messi hatte damals im Zuge eines Hattricks beim 7:0-Erfolg gegen Room immerhin sein 100. Tor für die Albiceleste erzielt. Detail am Rande: dem Vernehmen nach soll es ansonsten nur ein einziges Mal geschehen sein, dass Messi einen Gegenspieler um ein Trikot gefragt hat. Dieser Gegenspieler hieß Zinédine Zidane.
Küsschen von Königin, Tanz mit König
Nach dem 1:7 gegen Deutschland zum WM-Auftakt bekam er das Dress von Manuel Neuer. Und auf seine Heldentaten gegen Ecuador folgte in der Kabine ein Küsschen von der niederländischen Königin Maxima und ein Tanz mit König Willem-Alexander (Curacao gehört zum Königreich der Niederlande). Bei Instagram stiegen seine Follower von 90.000 auf 1,1 Millionen. Gelingt wirklich die Sensation gegen die Elfenbeinküste, wird wohl Hollywood für ein Film-Projekt anklopfen...
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