Christof Weissenseer zählt mit seiner Firma Weissenseer Holz-System-Bau zu den energieeffizienten Vorzeigeunternehmern in Kärnten. Im „Krone“-Gespräch macht er anderen Betrieben Mut und kritisiert die Politik:
„Krone“: Herr Weissenseer, Sie haben den Betrieb von Ihrem Vater übernommen. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem Vorzeigebetrieb. Wie kam es dazu?
Christof Weissenseer: Das kommt ja nicht von heute auf morgen. Ich bin 35 Jahre lang selbstständig und mir war bewusst, wenn wir nicht nur regional arbeiten wollen, dann brauchen wir eine andere Idee. Dann kam ein Freund zu mir und erzählte von einem Gerät, bei dem wir auf ein herkömmliches Heizsystem verzichten könnten. Damit war das Passivhaus geboren, die Energiekosten konnten um 90 Prozent reduziert werden. Das war vor 20 Jahren.
Sie sind ja nicht nur im Verkauf Ihrer Produkte erfolgreich. Auch bei Ihrer Produktionsstätte steht Energieeffizienz schon länger an oberster Stelle...
Wir haben 2008 unsere Industriehalle gebaut und gleich mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Damals sagte jeder, es rechne sich nicht. Aber es funktioniert. Wir haben heute eine Passivhaus-Produktionshalle samt Büros und monatliche Kosten von 2000 Euro.
Seitens der Politik gab es damals ja noch kaum Hilfe. Als einer der wichtigsten Arbeitgeber Oberkärntens – hätten Sie sich bei Ihrem Projekt nicht mehr Unterstützung gewünscht?
Naja, die Politik hat wertvolle Jahre verschlafen. Als Erstes hätte geschaut werden müssen, wie in den Betrieben die Effizienz gesteigert werden kann und dann hätte erst abklärt werden sollen, wie die Energien alternativ abgedeckt werden können.
Welchen Tipp haben Sie für andere Unternehmer?
Man braucht eine klare Vision. Und eine klare Vision muss nachhaltig ausgerichtet sein. Das sieht man bei uns. Es gibt zwar Höhen und Tiefen, aber selbst aus China kommen mittlerweile viele Unternehmer, um unseren Betrieb und unsere Arbeit anzusehen.
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