15.06.2022 11:29 |

Kann Drohnen starten

Kampfpanzer Panther soll Putins T-14 übertrumpfen

Europa rüstet auf: Der russische Überfall auf die Ukraine hat eine Zeitenwende eingeläutet, viele EU-Mitglieder - allen voran Deutschland mit einem 100-Milliarden-Sondervermögen für die Bundeswehr - wollen massiv aufrüsten. Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall bietet aufrüstwilligen Regierungen nun einen neuen Kampfpanzer an, der den Exportschlager Leopard-2 beerben und Putins mächtigsten Panzer T-14 Armata übertrumpfen soll: den KF51 Panther.

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Rheinmetall hat den Kampfpanzer KF51 Panther auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris vorgestellt - und das Kettenfahrzeug mit Hightech vollgestopft. Der neue Panzer sei vollständig digitalisiert, mit Sensoren gespickt und mit aktiven sowie passiven Schutztechnologien versehen, die beispielsweise die bei Panzermannschaften gefürchteten Angriffe von oben aufhalten sollen. Auch ein Nebelwerfer für den Rückzug ist integriert.

Größeres Kaliber als Putins T-14 Armata
Wichtigste Waffe des KF51 Panther ist eine riesige 130-Millimeter-Kanone, die bei weit höherer Durchschlagskraft 50 Prozent mehr Reichweite als die 120-Millimeter-Glattrohrkanone des Exportschlagers Leopard-2 haben und so gut wie jede Panzerung durchschlagen soll. Zum Vergleich: Putins 2015 enthüllter, aber noch nicht in Massen produzierter „Superpanzer“ T-14 Armata (siehe Linkbox) verfügt über ein 125-Millimeter-Geschütz.

Wie bei russischen Panzern bereits üblich, kommt auch im neuen Panther eine Nachladeautomatik zum Einsatz: Der Panther soll einen autonomen Turm haben, der ohne Besatzung auskommt.

Panther kann auch Kamikaze-Drohnen starten
Neben seiner 130-Millimeter-Kanone besitzt der Panther ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr. Optional führt er Kamikaze-Drohnen („Loitering-Munition“) vom Typ HERO 120 mit, mit denen Ziele außerhalb der Sichtweite der drei Mann starken Panzer-Crew bekämpft werden. Auch begleitende Aufklärungsdrohnen sollen vom Panther gestartet werden.

Deutsch-französischer Superpanzer erst 2040
Der Zeitpunkt der Enthüllung des Panther ist für Rheinmetall ein Coup, analysiert der TV-Sender NTV. Deutschland entwickelt gemeinsam mit Frankreich aktuell einen neuen „Superpanzer“ namens MGCS. Rheinmetall ist bei diesem Vorhaben zwar an Bord, federführend sind hier aber Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) und der französische Rüstungskonzern Nexter. Das Projekt kämpft jedoch mit Verzögerungen, der MGCS soll erst ab 2040 ausgeliefert werden.

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Wir versprechen uns viel internationale Aufmerksamkeit für dieses neue Spitzenprodukt deutscher Heerestechnik.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger

Rheinmetalls im Alleingang entwickelter KF51 Panther sollte deutlich früher verfügbar sein - und könnte für EU-Staaten, die ihre Panzerflotten modernisieren wollen, damit gerade zur rechten Zeit kommen. Am Rheinmetall-Stand auf der Eurosatory in Frankreich rechnet man mit entsprechend viel Andrang: „Wir versprechen uns viel internationale Aufmerksamkeit für dieses neue Spitzenprodukt deutscher Heerestechnik“, sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger.

Bereits erste Interessenten in Osteuropa
Tatsächlich sollen die ersten Kunden bereits Schlange stehen: Unmittelbar nach der Enthüllung des Hightech-Kriegsgerätes hätten erste Länder aus Osteuropa ein Kaufinteresse signalisiert, meldet NTV. Rheinmetall hoffe aber auch auf deutsche die Bundeswehr als Referenzkunden.

Name für manche Beobachter historisch belastet
Der Name Panther ist politisch nicht unumstritten, immerhin hatte die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg einen gleichnamigen Panzer als Gegenspieler für den russischen T-34 entwickelt. Vom Panzerkampfwagen V Panther wurden ab 1943 rund 6000 Exemplare gebaut, allerdings kämpfte der unter Zeitdruck entwickelte damalige Panther mit technischen Mängeln.

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