„Krone“ fragt nach

Zigaretten um 7 Euro: „Überlege, Tabak anzubauen“

Wirtschaft
14.02.2026 22:34

Für Nikotinsüchtige ändert sich in Österreich so einiges: Die Tabaksteuer wurde erhöht; Pouches und E-Zigaretten gibt es bald nur noch in der Trafik. Während Suchtexperten die Schritte befürworten, wollen Raucher nicht sieben Euro pro Packerl Marlboro zahlen: „Man müsste schon fast überlegen, selbst Tabak anzubauen!“

Die Tabaksteuereinnahmen sind 2025 um 50 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Und jetzt, mit Anfang Februar, haben die Preise nochmals kräftig angezogen – bis zu 40 Cent Erhöhung sind es pro Packerl. Jeder Tschick besteht dadurch mittlerweile zu über 75 Prozent aus Steuern.

Das sorgt mitunter für Unzufriedenheit: „Ich rauche seit meinem 14. Lebensjahr täglich eine Packung. Die Preiserhöhung stört mich natürlich, aber noch mehr, dass Vater Staat dabei so viel mitverdient“, sagt die Niederösterreicherin Silvia Köberl (51) beim „Krone“-Lokalaugenschein. „Man müsste schon fast überlegen, selbst Tabak anzubauen“, scherzt Andre Peter aus Hohenems.

Manuela Rossi aus Graz: „Ich fahre nicht in den Urlaub und ich trinke nichts – da kann ich mir ...
Manuela Rossi aus Graz: „Ich fahre nicht in den Urlaub und ich trinke nichts – da kann ich mir das Rauchen schon leisten.“(Bild: Jürgen Fuchs)
„Die Preiserhöhung stört mich natürlich, aber noch mehr, dass Vater Staat dabei so viel ...
„Die Preiserhöhung stört mich natürlich, aber noch mehr, dass Vater Staat dabei so viel mitverdient“, sagt die Niederösterreicherin Silvia Köberl.(Bild: Franz Crepaz)
„Die Preise tun weh, aber aufhören schaffe ich leider nicht“, gibt Susanna Birsan aus Wien zu.
„Die Preise tun weh, aber aufhören schaffe ich leider nicht“, gibt Susanna Birsan aus Wien zu.(Bild: Mario Urbantschitsch)

„Vor acht Jahren habe ich das Packerl Marlboro um 4,70 Euro gekauft – jetzt sind wir schon bei sieben Euro“, berichtet Raucher Marco Theuermann aus Kärnten. Mit 7,50 Euro ist „Ernte 23“ das kostspieligste Packerl in den gut 4300 österreichischen Trafiken, „Meine Sorte“ kostet bereits 7,30 Euro.

Experten plädieren für höhere Preise
Aus suchtpräventiver Sicht gelten höhere Preise als sinnvolle Maßnahme, meinen Experten. „Manche Kunden hören tatsächlich auf zu rauchen, weil es ihnen zu teuer geworden ist“, sagt Trafikantin Elisabeth Mayer aus Wien. Oft hört man aber auch das Gegenteil: „Die Preise tun weh, aber aufhören schaffe ich leider nicht“, gibt Susanna Birsan (58) zu.

Das Konsumverhalten ändert sich dennoch, sagt Michaela Haidinger aus Mattighofen (OÖ): „Wir merken, dass immer mehr Kunden auf Billigzigaretten wechseln und der Anteil von Drehtabak und Stopftabak ständig steigt.“ Trafikantin Sabine H. (53) aus Tirol erzählt: „Ich sehe einen Wandel hin zu Snus und E-Zigaretten.“

„Ich glaube, der Verkaufspreis beeinflusst schon das Kaufverhalten“, meint Marcel Maxa aus Wien.
„Ich glaube, der Verkaufspreis beeinflusst schon das Kaufverhalten“, meint Marcel Maxa aus Wien.(Bild: Mario Urbantschitsch)
Sabine H. aus Tirol erzählt: „Ich sehe einen Wandel hin zu Snus und E-Zigaretten.“
Sabine H. aus Tirol erzählt: „Ich sehe einen Wandel hin zu Snus und E-Zigaretten.“(Bild: Johanna Birbaumer)
Manfred Weiss, Eisenstadt: „7,50 Euro kostet bei uns die teuerste Packung – ich bemerke aber ...
Manfred Weiss, Eisenstadt: „7,50 Euro kostet bei uns die teuerste Packung – ich bemerke aber keinen Rückgang beim Verkauf.“(Bild: Reinhard Judt)
Trafikantin Viktoria Wassermann: „E-Zigaretten und Nikotinbeutel sind im Monopolgesetz gut ...
Trafikantin Viktoria Wassermann: „E-Zigaretten und Nikotinbeutel sind im Monopolgesetz gut aufgehoben – das ist wichtig für den Jugendschutz.“(Bild: Mario Urbantschitsch)

Auch auf diese Nikotinprodukte soll ab April eine Steuer eingehoben werden. Nikotinbeutel und Liquids für E-Zigaretten werden ins Monopolgesetz aufgenommen und dürfen somit nur noch in Trafiken verkauft werden. Neue Tabakerzeugnisse müssen künftig dem Gesundheitsministerium zur Zulassung gemeldet werden. „Das ist wichtig für den Jugendschutz“, ist Trafikantin Viktoria Wassermann (26) überzeugt, die sich außerdem ein Werbeverbot für Pouches bei Bushaltestellen wünscht.

1,6 Milliarden Zigaretten nicht versteuert
Neben diesen nationalen Änderungen, die im Dezember 2025 im Nationalrat beschlossen wurden, feilt auch die EU an einer neuen Tabaksteuerrichtlinie. Bis zu zehn Euro könne ein Tschickpackerl durch Steuererhöhungen bald kosten, wurde kolportiert, doch jetzt dürfte der Druck zu groß geworden sein: Offenbar werden die Steuervorgaben niedriger angesetzt, als gedacht.

„Ich erwarte mir durch die Richtlinie keine exorbitanten Preissteigerungen“, sagt Hannes Hofer, Geschäftsführer der Monopolverwaltung. Österreich liege bei den Tabakpreisen in Europa im Mittelfeld, es brauche das richtige Maß. Zufrieden stimmt ihn die Aufnahme von Pouches und E-Zigaretten ins Monopol: „Wir sehen die Produkte als sensible Genusswaren und sind klar für die Regulierung, aber gegen ein Verbot.“

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Wir sehen die Produkte als sensible Genusswaren und sind klar für die Regulierung, aber gegen ein Verbot.

Hannes Hofer

Übrigens: Etwa 378 Millionen Euro entgingen Österreich laut Japan Tobacco International (JTI) im Vorjahr wegen illegalen Tabakhandels. 1,6 Milliarden Zigaretten werden pro Jahr in unserem Land konsumiert, aber nicht versteuert.

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