Ifo-Studie zeigt:

Europa verliert Anschluss bei Halbleiter-Forschung

Digital
13.02.2026 07:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Forschung und Entwicklung bei Halbleitertechnik findet nach Angaben des Münchener Ifo-Instituts zunehmend außerhalb Europas statt – vor allem in Asien. Zwischen den Jahren 2000 und 2021 sei ein Drittel aller Halbleiterpatente auf Japan (35 Prozent) entfallen, gefolgt von den USA (18 Prozent) und Südkorea (15 Prozent).

Von den 20 führenden Ländern liegen zehn in Europa und halten zusammen knapp zwölf Prozent der Halbleiterpatente, erklärte das Institut am Donnerstag unter Verweis auf Forschungsergebnisse des europäischen Netzwerks EconPol Europe.

Deutschland liegt demnach mit 5,6 Prozent der Patente hinter Taiwan (neun Prozent) und China (sieben Prozent) und damit den höchsten Anteil an Halbleiterpatenten unter den europäischen Ländern, gefolgt von Frankreich mit 1,9 Prozent und den Niederlanden und Großbritannien mit jeweils einem Prozent. Österreich, Belgien, Finnland, Italien, Schweden und die Schweiz haben jeweils einen Anteil zwischen 0,2 und 0,5 Prozent.

„Zu Beginn der 2000er-Jahre lag die EU in der Halbleiterforschung noch vor Taiwan und China“, hob Ifo-Forscher Oliver Falck hervor. „Allerdings haben die asiatischen Staaten seitdem deutlich zugelegt, während die Patentanmeldungen in Europa zurückgegangen sind“, fügte er hinzu. Um in der Halbleiterforschung nicht den Anschluss zu verlieren, müsse Europa deshalb auch die internationale Zusammenarbeit „deutlich ausbauen“, forderte Falck – „besonders mit Asien“.

Tempo bei Aufholjagd nimmt zu
Auffällig ist der Untersuchung zufolge das zunehmende Tempo der Aufholjagd: So verdreifachte Südkorea die Menge an Halbleiterpatenten im Vergleich des frühesten Dreijahreszeitraums (2001 bis 2003) mit den jüngsten Daten (2019 bis 2021). China steigerte den Anteil noch deutlicher – von 0,8 Prozent (2001 bis 2003) auf 17,6 Prozent (2019 bis 2021).

Umgekehrt verloren die europäischen Länder an Boden. Ihr Anteil an Halbleiterpatenten sank in den betrachteten Dreijahreszeiträumen von 13,3 Prozent auf 8,3 Prozent. Trotz der positiven Entwicklung in Asien, kooperiere Europa „unterproportional mit asiatischen Ländern, betrachtet man gemeinsame Patente mehrerer Länder“, gab das Ifo-Institut zu bedenken.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

krone.at
krone.at
Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung