Mit Verspätung spürbar

Lockdowns in China verschärfen die Lieferprobleme

Wirtschaft
27.05.2022 09:03

Als Folge von strikten Lockdowns in China sowie weltweiter Schiffsstaus droht der globalen Wirtschaft eine weitere Verschärfung der Lieferprobleme. Nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel und des Rotterdamer Hafens ist die Anzahl der aus China in Richtung Westen fahrenden Schiffe gesunken. Dass Lieferungen aus China komplett zum Erliegen kommen, wird jedoch nicht befürchtet.

Die Londoner Schifffahrtsberatung Drewry schätzt, dass im Hafen Shanghai allein im April 260.000 für den Export in alle Welt bestimmte Container nicht verladen wurden. „Ein Rückgang des Frachtvolumens in westlicher Richtung wegen des Lockdowns in Shanghai ist zu erwarten, aber das wird begrenzt sein“, sagt etwa eine Sprecherin des Rotterdamer Hafens.

Dennoch werden nach Einschätzung des deutschen Mercator Instituts für Chinastudien (MERICS) sowohl Verbraucher als auch Industrie die Auswirkungen spüren. Deutsche Einzelhändler verkauften eine große Auswahl in China hergestellter Produkte, von Elektronik über Möbel und Kleidung bis zu Spielwaren, sagte MERICS-Analyst Jacob Gunter.

Folgen erst in einigen Wochen spürbar
Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel stellte bis zur vergangenen Woche noch keinen Rückgang der Importvolumina in Rotterdam oder Hamburg fest. Doch Mitte Mai war laut IfW das Frachtvolumen im Roten Meer um fast ein Fünftel niedriger als es in normalen Zeiten zu erwarten gewesen wäre. Weil die Schiffe mehrere Wochen unterwegs sind, wirken sich Lockdowns in China auf die Belieferung europäischer Unternehmen mit Verzögerung aus, weil die Schiffe mehrere Wochen unterwegs sind.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Situation in den kommenden Tagen und Wochen weiter verschärfen wird, weil bisher noch Schiffe ankamen, die den Hafen Shanghai vor der Schließung verlassen haben“, erläutert etwa der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt. „Die eigentlichen Folgen des Lockdowns in Shanghai werden wir erst in einiger Zeit, dann aber sehr drastisch spüren“, befürchtet er.

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