16.03.2022 10:35 |

Wegen Corona-Fällen

China: Vor den Häfen stauen sich Container-Schiffe

Vor großen chinesischen Handelshäfen werden nach den neuen Corona-Ausbrüchen in der Volksrepublik die Staus von Container-Schiffen von Tag zu Tag länger. Die wichtigsten Häfen seien zwar geöffnet und würden auch Ladungen löschen, berichteten Schiffseigner, Lieferkettenmanager und Analysten am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters, aber die Schlangen würden immer länger werden.

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Weshalb einige Containerschiffe bereits ihre Routen geändert haben, um die erwarteten Verzögerungen zu vermeiden. Nach Angaben des Finanzdaten-Anbieters Refinitiv warten derzeit allein vor Shenzhen 34 Schiffe auf ihren Liegeplatz. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es durchschnittlich nur sieben. In der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao warten rund 30 Frachter auf das Anlegen.

Höhere Transportkosten dürften die Folge sein. Die Beladung im Yantian-Hafen von Shenzhen, dem viertgrößten Containerterminal der Welt, gehe bereits „massiv zurück“, sagte eine Managerin beim Transportunternehmen Seko Logistics. Lastwagenfahrer und Fabrikarbeiter müssten zu Hause blieben.

Krise der Lieferketten wird verlängert
„Das bedeutet, dass es schwierig werden wird, Fracht zu und von den Häfen zu transportieren“, bestätigte Lars Jensen, Chef von Vespucci Maritime, einer Beratungsfirma für die Container-Schifffahrt. „Das wird sich störend auf die Lieferkette auswirken - und damit die ohnehin vorhandene Krise der Lieferketten verlängern.“

Die Ausbreitung der hochinfektiösen Omikron-Variante des Coronavirus in China hat in diesem Monat wichtige Produktionszentren wie Shenzhen und Dongguan getroffen. Dort standen in vielen Werken die Bänder still - von Fabriken für den Bau von Computer-Zubehör wie Flash-Laufwerken bis hin zu Autoteilen.

Kosten für Container hoch wie noch nie
Die Charterkosten für bestimmte Container sind auf den wichtigsten globalen Schifffahrtsrouten bereits so hoch wie nie zuvor. Dem Barometer des Online-Frachtmarktbetreiber Freightos zufolge liegen sie auf der Route zwischen China und der US-Westküste teils bei rund 16.000 Dollar, auf der Route von China nach Europa bei fast 13.000 Dollar.


Experten sehen die chinesischen Häfen zwar jetzt besser auf Personalmangel und Transportstörungen vorbereitet als zuvor. Dennoch befürchten sie, dass Yantian zeitweise ganz geschlossen werden könnte, sollten sich die Infektionen weiter ausbreiten. Selbst wenn die Terminals geöffnet blieben, dürfte es aufgrund des Mangels an Lkw-Fahrern und Lagerhausbetreibern zu Verzögerungen bei der Befüllung von Schiffscontainern und deren Transport zum Hafen kommen.

Chinas Export werden sich verlangsamen
Die Null-Toleranz-Politik der chinesischen Behörden im Kampf gegen das Coronavirus deutet laut dem Reeder-Verband Bimco darauf hin, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu weiteren Schließungen kommen wird. „Eine Verlangsamung der chinesischen Exporte wird die Störungen in der Lieferkette verschärfen und die Lagerbestände der Unternehmen verringern, was zu weiteren Preissteigerungen führen könnte“, sagte Chefanalyst Niels Rasmussen.

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