Salvenmoser ist nicht nur 20 Jahre, sondern auch 20 Operationen alt. "Im Kreißsaal, fünf Minuten nach der Geburt, sagten uns die Ärzte, dass sie nie hören kann", erzählen die Eltern Inge und Leo. Dieser schwere Schock wurde zwei Monate später ein wenig relativiert, denn bei Untersuchungen stellte sich heraus, dass das Innenohr intakt war. Aber das war zugleich der Startschuss für unzählige und lange Klinikaufenthalte. "Das Kind hat viel mitmachen müssen", sagt Mama Inge – weil die Medizin noch nicht so weit war.
In 20 Operationen versuchte man, Danielas angeborenes Leiden zu beheben. Mit durchwachsenem Erfolg: "20 Prozent betrug ihr Hörvermögen vor dem jüngsten Eingriff", bestätigt Georg Sprinzl. Dieser soll der Vorletzte gewesen sein – weil Danielas zweites Ohr auch noch operiert wird.
Hörimplantat über externen Audioprozessor versorgt
Die 20-Jährige bekam als erster Mensch weltweit ein Knochenleitungsimplantat eingesetzt. Der große Vorteil besteht darin, dass es komplett unter der Haut liegt. "Es braucht keine Schnittstellen, keine Hautöffnungen mehr, die zu Komplikationen führen können", ergänzt Sprinzl. Versorgt wird das Hörimplantat über einen externen Audioprozessor, der magnetisch mit dem Implantat verbunden ist und es kontaktlos mit Strom versorgt. "Ähnlich wie die elektrischen Zahnbürsten auf der Ladestation", erläutert Marcus Schmidt von der Innsbrucker Firma Med-El, die die Neuerung entwickelte.
90 Prozent Hörvermögen hergestellt
Nach dem "switch on" am Mittwoch verfügt Daniela über 90 Prozent Hörvermögen am operierten Ohr. "Als wir auf den Balkon gingen, habe ich zum ersten Mal den Wind gehört, das war einfach gigantisch!", schildert die Brixnerin die ersten Eindrücke und man spürt, welche Last von ihr gefallen ist. Am Mittwoch wurden zwei weitere Patientinnen im Rahmen der Studie operiert. Nun folgen umfangreiche Tests, in knapp einem Jahr soll die Methode allen zur Verfügung stehen.
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