"Dieser Quasar verschafft uns wertvolle Einblicke in das frühe Universum", erläuterte Forschungsleiter Stephen Warren. Quasare sind aktive Galaxien, die von einem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum angetrieben werden. Der Name Quasar rührt daher, dass diese Objekte auch in den größten Teleskopen wie Sterne aussehen, also "quasi-stellar" sind.
Riesiges Schwarzes Loch im Zentrum
Das Schwarze Loch im Zentrum von ULAS J1120+0541 (im Bild ein künstlerische Darstellung) besitzt die Masse von zwei Milliarden Sonnen. "Es handelt sich um ein sehr seltenes Objekt, das uns helfen wird zu verstehen, wie supermassereiche Schwarze Löcher einige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall an Masse zugenommen haben", sagte Warren.
Nach den gängigen Theorien sollten Schwarze Löcher nur langsam gewachsen sein und hätten daher so kurz nach dem Urknall nicht derart viel Masse ansammeln können. Wir sehen den Quasar zu einer Zeit, als das Weltall erst etwa 770 Millionen Jahre alt war. Die ersten Sterne sind rund 500 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden. Zum besseren Verständnis: Ein Lichtjahr ist die Entfernung, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, der Wert entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.
Bislang entferntester Quasar
Zwar seien noch weiter entfernte Objekte und Ereignisse beobachtet worden, der jetzt entdeckte Quasar sei jedoch mehrere hundert Male heller und daher mit Abstand das fernste Objekt, das detaillierte Untersuchungen erlaube, betonte die Europäische Südsternwarte. Die Forscher vermuten, dass es am gesamten Himmel nur etwa 100 ähnlich weit entfernte Quasare gibt. Die Fahndung nach ULAS J1120+0541 hat fünf Jahre in Anspruch genommen.
Österreich seit 2008 ESO-Mitglied
Die 1962 gegründete Europäische Südsternwarte ESO ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und ermöglicht Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Getragen wird die ESO durch ihre 15 Mitgliedstaaten, zu denen seit dem Juli 2008 auch Österreich gehört.
Foto: ESO/M. Kornmesser
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