Hinrichtung möglich

Mekka-Blutbad: Urteil gegen Hasan E. steht bevor

Österreich
11.06.2026 12:36
Porträt von krone.at
Von krone.at

Für den 21-jährigen Österreicher Hasan E. wird es ernst: Der mutmaßliche IS-Terrorist, der im März 2024 in Mekka fünf Menschen mit einem Messer attackiert hatte, soll laut Medienberichten bereits am 23. Juni sein Urteil erhalten. Dem jungen Mann droht in Saudi-Arabien sogar die Todesstrafe.

Hasan E. galt als Kopf einer Terrorzelle, die zeitgleich Anschläge in Mekka, Istanbul und Dubai verüben wollte. Während seine mutmaßlichen Komplizen Arda K. und Beran A. ihre Pläne in letzter Minute abbrachen, zog Hasan E. seinen Anschlag durch.

Auf einem Markt in Mekka kaufte er sich ein Messer und stach vor der Großen Moschee zunächst einem Wachmann in den Hals. Danach attackierte er vier weitere Personen. Nur durch Glück überlebten alle fünf Opfer die blutige Messerattacke.

Komplizen belasteten ihn schwer
Im Terrorprozess gegen Arda K. und Beran A. am Landesgericht Wiener Neustadt fiel der Name von Hasan E. immer wieder. Die beiden inzwischen zu 15 beziehungsweise 12 Jahren Haft verurteilten Männer beschrieben ihn als treibende Kraft der Gruppe. Er soll massiven Druck ausgeübt haben, damit auch sie Anschläge verüben. Beran A. plante daraufhin später einen Anschlag auf ein Taylor-Swift-Konzert in Wien, bevor die Behörden einschritten.

Düstere Berichte aus saudischem Gefängnis
Seit seiner Festnahme sitzt Hasan E. in Saudi-Arabien hinter Gittern. Über seine Haftbedingungen ist kaum etwas bekannt. Laut Berichten von „Standard“ und „Puls24“ soll der 21-Jährige sich mit 13 weiteren Häftlingen eine Zelle ohne Betten und ohne Tageslicht teilen. Zudem klage er über eine gebrochene Hand und starke Zahnschmerzen. Nach eigenen Angaben dürfe er lediglich fünf Minuten pro Woche ins Freie.

Die österreichische Botschaft in Riad steht nach Angaben des Außenministeriums mit dem Inhaftierten in Kontakt und leistet konsularische Unterstützung.

Sogar Todesstrafe möglich
In Saudi-Arabien könnte Hasan E. die Todesstrafe erwarten. Das Königreich vollstreckte allein im vergangenen Jahr 356 Hinrichtungen – so viele wie noch nie zuvor. Auch heuer wurden bereits zahlreiche Todesurteile vollstreckt, darunter gegen ausländische Staatsbürger.

Zusätzlich soll Hasan E. bereits zu Schadenersatzzahlungen von insgesamt rund 7000 Euro verurteilt worden sein. Ob ihn Ende Juni eine langjährige Haftstrafe oder sogar die Hinrichtung erwartet, wird sich in wenigen Wochen zeigen.

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