Kein Ende in Sicht
Kiew schwört Bevölkerung ein: Krieg bis Jahresende
Die ukrainische Regierung stellt die Bevölkerung auf einen langen Krieg ein, noch bis Jahresende rechnet man mit weiteren Angriffen. Im Osten rückt Russland unterdessen weiter vor. In Butscha soll es neue Beweise für Kriegsverbrechen geben.
Russland dürfte nach übereinstimmenden Informationen aus Kiew und Moskau erstmals einige Geländegewinne im Osten der Ukraine, vor allem in der Gegend um die Stadt Charkiw, gemacht haben. Das russische Kriegsziel hatte sich auf die Eroberung des Donbass-Gebiets geändert. Auch an der Frontlinie um Donezk gab es demnach heftige Kämpfe. Die Bombardierung des Stahlwerks Asowstal in Mariupol gehe weiter. Wenig Veränderungen gab es demnach im Süden der Ukraine: Dort hätten die Russen Truppen umgruppiert und ihre Positionen verstärkt.
„Taktische Aktionen und Angriffe“
Ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stellt indes die Bevölkerung auf einen langen Krieg ein. Olexij Arestowytsch sagte: „Das Ende der aktiven Phase im Donbass bedeutet nicht das Ende des Krieges. Es wird weiterhin taktische Aktionen, Luftangriffe, Krieg geben. Es ist eine lange Geschichte, und sie könnte sehr lange sein, bis ins neue Jahr andauern.“ Das liege auch daran, dass sich die Auswirkungen der westlichen Waffenlieferungen auf den Krieg wohl erst im Sommer so richtig entfalten können.
Massaker in Butscha
Dem US-Sender CNN sollen neue Beweise vorliegen, dass Russland für das Massaker in dem Kiewer Vorort Butscha verantwortlich ist. Es gibt Drohnen-Aufzeichnungen von Mitte März, die zeigen, wie russische Fahrzeuge und Truppen auf der Straße operieren, auf der die ukrainischen Streitkräfte bei der Rückeroberung der Stadt am 1. April die Leichen fanden.
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