22.06.2011 10:27 |

EU-Kommission rügt

Kinder in sozialen Netzwerken zu wenig geschützt

Kinder sind in sozialen Netzwerken laut EU-Kommission meist nicht ausreichend geschützt. Das geht aus einer von der Kommission in Auftrag gegebenen Studie hervor. Demnach verfügen nur zwei von 14 getesteten Netzwerken (Bebo und MySpace) über Standardeinstellungen, bei denen die Profile von Minderjährigen nur den Mitgliedern auf der genehmigten Kontaktliste zugänglich sind.

Nur vier der getesteten Angebote sehen standardgemäß vor, dass Minderjährige nur von "Freunden" kontaktiert werden können (Bebo, MySpace, Netlog und SchülerVZ).

Die für die digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte, sie sei "enttäuscht, dass die meisten sozialen Netzwerke nicht dafür sorgen, dass die Profile Minderjähriger standardmäßig nur den Mitgliedern auf deren genehmigten Kontaktlisten zugänglich sind. Ich werde darauf drängen, dass sich diese Websites eindeutig dazu verpflichten, diesen Mangel in einer überarbeiteten Version des Selbstregulierungsrahmens abzustellen." Minderjährige sollten laut der Kommissarin nicht nur vor unerwünschten Kontaktaufnahmen, sondern auch vor der Beschädigung ihres guten Rufs in der Online-Welt geschützt werden.

Sicherheitsinfos gut erklärt, aber auch gut versteckt
Positiv wurde unter anderem hervorgehoben, dass alle Websites Sicherheitsinformationen für Kinder und Jugendliche "verständlich und altersgerecht" anbieten. Dies sei bei der letzten Überprüfung im letzten Jahr nicht der Fall gewesen. Allerdings seien diese Informationen bei vielen Anbietern nach wie vor noch schwer zu finden.

Kinder und Jugendliche höchst aktiv im Netz
Bei den Tests wurden neben den genannten Websites auch jene von Facebook, Arto, Giovani.it, Haves, Naszaklasa.pl, Netlog, One.It, Rate.ee, IRS Galleria, Tuenti und Zap.lu geprüft. Laut der Studie nutzen derzeit 77 Prozent der 13- bis 16-Jährigen und 38 Prozent der Neun- bis Zwölfjährigen soziale Netzwerke im Internet.

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