Abflüge bei Graz

Immer mehr Gemeinden sind gegen neue Flugrouten

Steiermark
09.05.2026 05:00

Die Diskussion zur geplanten Flugrouten-Änderung bei Graz geht in die nächste Runde: Startende Maschinen sollen künftig früher eine Kurve machen. Bürgermeister und Austro Control trafen sich zum Gespräch, die Gemeinden holen sich rechtliche Unterstützung.

Seit knapp einem Monat sorgt die geplante Flugroutenänderung für Flugzeuge, die am Grazer Airport starten, für Aufregung. Laut Austro Control sollen Flieger künftig nach dem Start früher nach Norden abdrehen. Sie würden dadurch verstärkt über dichter besiedeltes Gebiet fliegen. Knapp 3000 Personen mehr als bisher würden innerhalb der lärmbelasteten Zone wohnen.

Die Bürgermeister der Gemeinden Premstätten und Lieboch wollten diese Änderung nicht so einfach hinnehmen und riefen die Bevölkerung dazu auf, bei der sechswöchigen Öffentlichkeitsbeteiligung der Austro Control Stellung zu beziehen. Vergangene Woche kam es zudem zu einem ersten Gespräch zwischen den Ortschefs und der Flugsicherungsgesellschaft.

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Es gibt inzwischen auch ein Lärmgutachten seitens der Gemeinde, das die Lärmanalyse der Austro Control kritisiert.

Matthias Pokorn, Bürgermeister von Premstätten

Experten und Politiker an einem Tisch
„Es erweckte den Eindruck, als hätte die Austro Control unsere Bedenken verstanden“, sagt der Premstättener Bürgermeister Matthias Pokorn (ÖVP). Rund zweieinhalb Stunden dauerte der Termin im betroffenen Gebiet. Neben Liebochs Bürgermeister Stefan Helmreich (ÖVP) stellten sich nun auch die Amtskollegen aus Haselsdorf-Tobelbad, Dobl-Zwaring, Wundschuh und Söding-St. Johann auf die Seite von Pokorn.

Ein eindeutiges Ergebnis brachte das Gespräch nicht: „Die Austro Control hat sich stark auf Flugsicherheit und wirtschaftlichen Nutzen berufen. Sie haben aber nicht mit so viel Widerstand gerechnet“, erzählt Pokorn. Zudem haben viele Bürger Stellung bezogen und Bedenken geäußert, viele Fragen wurden gestellt. 

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Der Dialog mit den Gemeinden ist uns wichtig. Aber bei einer Änderung einer Flugroute müssen alle Faktoren abgewogen werden.

Markus Pohanka, Sprecher Austro Control

Dauer des Prozesses noch nicht absehbar
Bei Austro Control zeigt man sich gesprächsbereit: „Die Phase der Planung ist noch nicht abgeschlossen. Im nächsten Schritt werden alle Stellungnahmen ausgewertet und Fragen beantwortet. Mit den Gemeinden werden wir anschließend wieder in Dialog treten“, erklärt Sprecher Markus Pohanka. Derzeit handelt es sich um einen Entwurf, der Sicherheit, Lärmschutz und CO2-Emissionen in den Mittelpunkt stellt. Unmittelbaren Anlass für die Änderung der Flugroute gibt es übrigens nicht: „Es ist ein normaler Prozess, dass Routen überprüft und optimiert werden.“

Wie lange der Planungsprozess dauert, kann man noch nicht sagen. „Der Dialog mit den Gemeinden ist uns aber wichtig“, betont Pohanka. Die Bürgermeister von Premstätten, Lieboch, Haselsdorf-Tobelbad und Söding-St. Johann haben sich indes rechtliche Unterstützung geholt: „Wir bleiben auf jeden Fall dran. Es gibt auch schon ein Lärmgutachten vonseiten der Gemeinde, das die Lärmanalyse der Austro Control kritisiert, weil bei einer Routenänderung tatsächlich noch mehr Menschen beeinträchtigt sein könnten“, hält Pokorn fest.

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