6 Monate im Arrest

Video zeigt Assanges stupiden Fußfessel-Alltag

Ausland
16.06.2011 19:37
Mit einem Video prangert WikiLeaks-Gründer Julian Assange seinen nun schon sechs Monate währenden Hausarrest in England an. In dem jetzt veröffentlichten Clip mit dem Titel "191 Tage ohne Anklage" ist der stupide Fußfessel-Alltag des 39-Jährigen zu sehen. So muss der Australier jeden Tag in der Polizeistation von Norfolk vorstellig werden, um seine Anwesenheit in dem Ort zu bestätigen. Auch an der Fußfessel-Firma lässt er kein gutes Haar.

Es ist ein wenig wie absurdes Theater, was WikiLeaks-Gründer Julian Assange derzeit erlebt. Tag für Tag muss er zu der kleinen Polizeistation im englischen Norfolk fahren, um dort per Unterschrift zu bestätigen, dass er sich noch in dem Ort aufhält. Ein halbes Jahr schon befindet er sich unter Hausarrest, und so umfasst die Mappe mit seinen Unterschriften schon zahlreiche Seiten.

Doch es sind nicht nur die Besuche bei der Polizei, die Assange nerven und die ihn zermürben. Stellvertretend für den 39-Jährigen klären in dem Video Mitstreiter über den entwürdigenden Alltag eines Fußfessel-Trägers auf. "Jeden Abend muss er um 10 Uhr zu Hause sein", erklärt beispielsweise Vaughan Smith, in dessen Haus Assange derzeit wohnen darf. "Er ist dankbar dafür, aber er hatte auch keine Wahl. Sicherlich wäre er tagsüber lieber in einem Büro mit produktiverer Arbeitsatmosphäre."

"Seit sechs Monaten Arrest - ohne jede Anklage"
Sarah Harrison, britische WikiLeaks-Aktivistin, schämt sich für das Justizsystem ihres Landes. "Er wird jetzt schon seit sechs Monaten wie ein Tier im Käfig gehalten, und das ohne jede Anklage."

Und Joseph Farrell sind vor allem die beiden Angestellten des Fußfessel-Betreibers ein Dorn im Auge. "Wann immer eine Fehlfunktion auftritt, stehen sie sofort auf der Matte." Als die Assange-Wegbegleiter das Duo bei einem seiner Einsätze filmen will, rückt das Team sofort wieder ab. Später schickte die Firma dann ein Anwaltsschreiben mit der Aufforderung, das Filmen zu unterlassen. "Die Überwacher wollen sich also nicht selbst überwachen lassen", bemerkt Farrell süffisant.

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