Im Krimi um eine hinter einer Mauer ihres Häuschens in Mafia-Manier versteckten toten 99-Jährigen gibt es jetzt ein Grusel-Geständnis. Bei der Einvernahme in seiner Zelle durch Beamte des NÖ-Landeskriminalamtes legte der verdächtige Sohn eine Lebensbeichte ab. „Ich habe die tote Mama vor zehn Jahren einbetoniert“, so der Herr Doktor im Verhör.
Der Schock-Fund in der 3000-Einwohner-Gemeinde Münchendorf sorgte Ende Jänner für Schlagzeilen. Mithilfe eines Leichenspürhundes war die mumifizierte Leiche einer vermissten betagte Dame kurz vor ihrem 100. Geburtstag, versteckt hinter einer Wand zum Kellerabteil, entdeckt worden. Die 99-Jährige war also eingemauert worden.
Flucht in die Glitzermetropole Dubai
Rasch stand der Sohn, der Angehörige immer wieder vertröstet hatte, unter Verdacht. Doch der hatte sich in die arabische Glitzermetropole Dubai – beliebt bei Influencern bzw. ein begehrtes Reise- sowie Wohndomizil der Reichen und Schönen – abgesetzt. Ermittlungen ergaben, dass auch nach der letzten Bewegung bzw. Registrierung mit der E-Card rund um 2015 herum weiter die stattliche Pension floss. Rund 3500 Euro 14 Mal pro Monat.
So viel kassierte Herr Doktor für tote Mutter
Der 57-Jährige kassierte also mindestens eine halbe Million Euro Rente für die tote Mutter ab! Deshalb erwirkte die ermittelnde Mordgruppe des LKA-NÖ über die Staatsanwaltschaft Wien (die Tote hatte dort ihren Hauptwohnsitz) einen internationalen Haftbefehl. Wegen Verdacht des schweren Betruges und Störung der Totenruhe. Für den mit Kind und Ehefrau Ausgereisten klickten folglich im Juli im Emirat am Persischen Golf die Handschellen.
Vier Monate nach dem Auffliegen des Krimis in Mafia-Manier wurde der Verdächtige nun ausgeliefert und wartet in der Justizanstalt Josefstadt auf seinen Prozess. Es drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Lebensbeichte hinter Gittern abgelegt
Zuvor legte er in der Zelle noch ein Grusel-Geständnis ab: „Ich habe Mama, als sie gestorben ist, vor zehn Jahren einbetoniert.“ Mit ihrem Tod will der Herr Doktor aber nichts zu tun haben, sie sei altersbedingt auf natürliche Weise gestorben. Den mutmaßlichen Pensionsbetrug gibt er ebenfalls zu.
Freude auf heimisches Gefängnis
Und: Er ist „froh, wieder in der Heimat zu sein“. Wenn auch im Gefängnis. Seine Begründung sind die Haftumstände in Dubai. „Ich war mit 150 Insassen in einer 50-Mann-Zelle untergebracht. Es war furchtbar.“
Unseren Häfen wird er jetzt wohl für längere Zeit „genießen“ können ...
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