Mehrere Männer mit Vollbart müssen sich in Wien wegen sexueller Nötigung verantworten, einem wird Vergewaltigung vorgeworfen. Sie sollen Mädchen im Laaerbergbad in Wien-Favoriten im Wasser umzingelt, runtergedrückt und an deren Geschlechtsteilen angegriffen haben.
Ein heißer Sommertag im Juni, Tatort Wellenbecken. „Die Mädchen sind reingegangen und wollten das genießen“, leitet die Staatsanwältin den Prozess um geschlechtliche Nötigung ein. „Plötzlich sind vier Männer gekommen, haben sie eingekreist und an den Schultern runtergedrückt.“
Beweisfindung als Herausforderung
Sie hätten den BH eines Opfers aufgemacht und die Hose zur Seite gezogen. Jener aus dem Quartett, dem Vergewaltigung vorgeworfen wird, soll zudem eines der Mädchen mit dem Finger penetriert haben.
Wer, was, wann und wo gemacht hat, war im Zuge der Ermittlungen nicht festzustellen. Natürlich kommt es bei Gedränge im Wellenbecken zu Berührungen.

Anwalt Andreas Schweitzer
Bild: Martin A. Jöchl
In Saal 101 im Wiener Landesgericht ist es schwer, die nun angeklagten Männer mit bulgarischer Staatsbürgerschaft auseinanderzuhalten. Alle tragen schwarze Oberteile und einen dunklen Vollbart. Die Beweisfindung wird wohl auch für Richter Andreas Böhm eine Herausforderung.
200 Personen im Wasser
Denn im Wellenbecken waren zum Tatzeitpunkt rund 200 Personen. Zudem leugnen die Männer, von denen damals drei bei einer Reinigungsfirma gearbeitet haben, mit dem Vorfall etwas zu tun zu haben: „Ich hab’ nix gemacht“, sagt einer nach dem anderen.
„Wer, was, wann und wo gemacht hat, war im Zuge der Ermittlungen nicht festzustellen. Natürlich kommt es bei Gedränge im Wellenbecken zu Berührungen“, argumentiert Anwalt Andreas Schweitzer, der den Zweitangeklagten vertritt. Vertagt auf November für die Befragung der Opfer.
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