55 Stipendien pro Jahr

Ärztemangel: Land stockt jetzt Studienplätze auf

Burgenland
22.03.2022 19:00
Gegen den drohenenden Ärztemangel startet das Land eine Ausbildungsoffensive. Pro Jahr werden 55 kostenlose Studienplätze an der Danube Private University (DPU) in Krems vergeben. Im Gegenzug müssen sich die angehenden Mediziner verpflichten, nach dem Studium mindestens fünf Jahre im Burgenland zu arbeiten.

Das Land bietet seit 2019 pro Jahr sechs Stipendien an der DPU an. Ab kommenden Herbst wird nun massiv aufgestockt: Inklusive der bereits auf der DPU studierenden Burgenländer sollen auf diese Weise bis 2027 rund 360 angehende Ärzte eine Ausbildung beginnen. Nach dem Abschluss werden sie ihren Job im Land verrichten - entweder als niedergelassene Ärzte auf einer Kassenvertragsstelle oder in einem Spital.

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Der Ärztemangel wird sich weiter verschärfen, wenn nichts passiert. Mir ist es lieber, das Heft selbst in der Hand zu halten, als Getriebener zu sein.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil

„Damit wollen wir den Ärztemangel mittelfristig in den Griff bekommen“, erklärt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Kritik gab es auch an der Bundesregierung, die es nicht schaffen würde sicherzustellen, „dass mit österreichischem Steuergeld ausgebildete Mediziner nach dem Studium auch hierzulande zur Verfügung stehen“. Zugleich werde sich der Ärztemangel in den kommenden Jahren verschärfen. „Wir können daher aus burgenländischer Sicht nicht zuwarten“, so Doskozil.

Laut dem Landeshauptmann werden für die Stipendien im Vollausbau insgesamt rund fünf Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Zugleich soll in etwa drei Jahren die DPU im Burgenland einen Standort eröffnen. Vorgesehen ist dafür das FH-Gelände in Pinkafeld, Interessenten für die burgenländischen Stipendien gibt es bereits jetzt genug. „Wir haben pro Jahr 60 bis 90 Bewerber“, so DPU-Direktor Robert Wagner.

Große Investitionen auch in die Krankenhäuser
Zugleich verwies Doskozil darauf, dass auch die Infrastruktur der Gesundheitsversorgung verbessert werde. So habe es beim Neubau des Krankenhauses Oberwart vor Kurzem die Gleichenfeier gegeben. Zugleich wurden nun 15 Millionen Euro für Investitionen beim Spital in Oberpullendorf beschlossen – etwa für eine Küche und Umkleideräume.

Im Streit mit der Ärztekammer um Bereitschaftsdienste der niedergelassenen Mediziner an Wochenenden und Feiertagen kündigte der Landeshauptmann ein gemeinsames Angebot mit der Österreichischen Gesundheitskasse an.

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