Das Kulturzentrum in Perchtoldsdorf ist geschlossen. Vereine und Veranstaltungen wurden ausquartiert. Die Sonderschule musste im Nachbarort untergebracht werden, die Bibliothek hat noch keinen Platz gefunden. Man ringt um Lösung.
Die Pforten des Kulturzentrums Perchtoldsdorf sind seit 16. März geschlossen. Grund dafür sind gravierende brandschutztechnische Mängel, die im Zuge des Umbaus für die Sonderschule entdeckt wurden. Nun steht die Gemeinde vor einer schwierigen Entscheidung: Sanieren oder neu bauen?
Gebäude ist „brandgefährlich“
Das Gebäude aus dem Jahr 1976 entspricht in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. Besonders problematisch ist der Brandschutz: Der Anstrich der Stahlkonstruktion erfüllt seine Funktion teilweise nicht mehr. „Dieser verhindert bei Brand, dass die Metallverstrebungen das Gebäude verformen“, erklärt ÖVP-Bürgermeisterin Andrea Kö das Dilemma.
Notquartiere wurden organisiert
Das Kulturzentrum war Veranstaltungsort und Heimat zahlreicher Vereine wie Blasmusik, Chor oder Turnverein. „Für Veranstaltungen und die Vereine wurden bereits Ausweichquartiere gefunden“, so Kö. Nur das beliebte Blasmusikkonzert musste abgesagt werden. „Aber es wird nachgeholt werden“, verspricht die Bürgermeisterin.
Seit Brandkatastrophen wie in Graz oder in Crans Montana in der Schweiz sind die Brandschutzrichtlinien viel strenger geworden.

Andrea Kö, ÖVP-Bürgermeisterin von Perchtoldsdorf
Bild: ZVG ÖVP Perchtoldsdorf
Die Sonderschule wurde im Nachbarort Gießhübl untergebracht. Für die Bibliothek müsse noch eine Lösung gefunden werden. Denn die Übersiedlung von 30.000 Medien stellt die Verantwortlichen vor eine riesige logistische Herausforderung.
Sanierung oder gleich Neubau? Fakt ist – es wird teuer
Ein beauftragtes Brandschutzkonzept soll nun klären, ob eine Sanierung noch sinnvoll und leistbar ist. Klar ist: Es wird teuer. Ebenso ein möglicher Neubau – ganz zu schweigen von den Abrisskosten. Problematisch auch deshalb, weil die finanzielle Lage der Gemeinde sehr angespannt ist. Mit Ende 2025 betrugen die Schulden 28,2 Millionen Euro. Eine Sanierung würde drei bis fünf Jahre dauern, ein Neubau sogar bis zu sieben. „Aber irgendwie wird es gehen müssen“, ist die Bürgermeisterin zuversichtlich.
Warum wurden Mängel erst jetzt entdeckt?
Kritik dazu gibt es auch in den Sozialen Medien, vor allem darüber, warum die Mängel erst jetzt entdeckt wurden. „Und das, obwohl die Betriebsführung des Gebäudes und die Betreuung der technischen Anlagen an ein Fachunternehmen ausgelagert sind. 2025 betrugen die Kosten dafür 56.000 Euro“, heißt es dazu von der Opposition „Bewegung der Generationen“.
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