04.03.2022 15:13 |

Pommers Feierabend

Wer wird Kasperl der Woche?

Einen schönen Freitagabend.

Einmal pro Woche, jeweils an den Sonntagen, küren wir den Kasperl der Woche, der freilich auch eine Kasperlin oder ein intergeschlechtlicher Kasperlmensch sein kann, denn Verhaltensoriginalität klammert sich an kein Geschlecht, auch dann nicht, wenn man davon mehrere hat. Selbst in der heimischen Innenpolitik gibt es kurze Phasen der Ruhe (meist vor dem Sturm), in denen sich kein Kasperl aufdrängt. Dann sitzen wir mit langen Gesichtern vor unseren Kameras, weil auch wir bevorzugt per Video konferieren, und fragen uns: Wen nehmen wir, es kann doch nicht jede Woche der Strache sein? Sagen wir einmal so: Diese Woche hatten wir das gegenteilige Problem. Wer um Gottes willen war in dieser Kasperlwoche der Oberkasperl?

Nehmen wir Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck? Erst im Sommer postete sie auf Instagram: „Wusstet ihr, dass das Internet am CERN entwickelt wurde?“ Ich wusste das nicht, weil es auch nicht stimmt. Afrika hält sie für ein Land, weil es so schön ist, die SWIFT-Sanktionen könne man mit Erlagscheinen umgehen. Ob sie mit solchen Aussagen für das Ministeramt geeignet ist, kann jeder für sich beurteilen, als Telefonjoker für die „Millionenshow“ wäre sie nicht meine erste Wahl. Kasperl der Woche oder gleich Kasperl fürs Lebenswerk?

Nehmen wir Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka? Zuerst seine 1933/1945-Vergleiche, dann will er beim U-Ausschuss den Abgeordneten die Mikrofone abdrehen. Oft weiß man nicht: Ist er noch Politiker oder schon James-Bond-Bösewicht (Spitzname Dr. No passt gut, finde ich). In seiner Freizeit jagt er Kritiker mit noch kritischerer Verdauung per Videoüberwachung.

Nehmen wir Ex-Ministerin Sophie Karmasin? Nach der Festnahme wegen dubioser Studiendeals kann sie die nächste Umfrage über das Häfenessen machen (Schmeckt Ihnen das Panierte am Schnitzel-Mittwoch? Ja/Nein/Weiß nicht/Das ist ein Schnitzel?). Wer die Festnahmeanordnung gelesen hat, weiß: Hier droht lebenslänglich wegen intellektueller Verdunkelungsgefahr. Es gilt freilich die Unschuldsvermutung, für alle.

Ex-Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein hat sich aus der Politik verabschiedet, dabei sollten wir es fortan belassen. Am Sonntag lösen wir das Rätsel auf krone.at/wien und in der Wien-„Krone“ auf. Wieso nicht jetzt? Du meine Güte, es ist Freitag, momentan steht die Kasperlfabrik keine Stunde still.

Abschließend in eigener Sache: Ein paar Tage dürfen/müssen Sie jetzt ohne mich auskommen. Ich komme wieder.

Ich wünsche einen schönen Feierabend, so Sie einen haben.

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