Mutter klagt an

Kampf um Klassenwechsel: „Mein Sohn wird gemobbt“

Tirol
04.08.2026 05:00

Die Familie eines Tiroler Volksschülers mit autistischer Beeinträchtigung ist verzweifelt. Die Mutter spricht von massivem Mobbing, dem ihr Sohn in der Schule ausgesetzt ist. Das Problem ist offenbar bekannt, aber das Kind darf die Klasse nicht wechseln. 

„Warum geht das nicht, obwohl es auch die Ärztin empfiehlt?“ Diese Frage treibt Frau Lutz um. Die Mutter eines Volksschulkindes erwägt sogar eine Klage, wenn ihr Sohn im Herbst wieder in dieselbe Klasse einer Volksschule im Raum Innsbruck muss.

„Mein Sohn wird beschimpft und angegriffen“
Dort will der Bub auf keinen Fall mehr bleiben. „Mein Sohn hat Angst. Die anderen Kinder beschimpfen ihn, gehen körperlich auf ihn los und grenzen ihn aus. Sie sagen Sachen wie: ,Du bist dumm und behindert.’ Und sie sagen noch Schlimmeres“, schildert die Mutter. Der Volksschüler hat mit mehreren Beeinträchtigungen zu kämpfen, die ihm das Lernen ohnedies schwer machen. Von einer Fachärztin wurde unter anderem eine Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert. Frau Lutz wirft den Schulverantwortlichen vor, all das zu ignorieren. „Mein Sohn hat bisher nie einen Nachteilsausgleich bekommen, zum Beispiel mehr Zeit für bestimmte Aufgaben.“

Der einzige Freund ist ab Herbst nicht mehr da
Die Mutter hat einen Klassenwechsel für den Bub beantragt. Die Familie erhofft sich dadurch eine Entspannung der Situation. Laut Frau Lutz wurde so ein Wechsel auch versprochen. Doch plötzlich ist wieder alles anders und der Volksschüler soll im Herbst in seine alte Klasse mit all den Problemen zurückkehren.

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Besonders erschütternd ist, dass die Diagnosen meines Sohnes über drei Jahre hinweg von Schule und Bildungsdirektion ignoriert wurden.

Mutter des Volksschülers

Besonders bitter für den Buben: Sein einziger guter Freund wechselt in eine andere Klasse. „Warum ist das in diesem Fall möglich und bei unserem Sohn nicht?“, versteht die Mutter die Welt nicht mehr. Sie hat sich nicht nur an die Schulleitung, sondern auch an die Bildungsdirektion und den Tiroler Elternverband gewandt. Letzterer ortet dringenden Handlungsbedarf. „Dem Hilferuf der Mutter sollte in Anbetracht des Kindeswohls Gehör geschenkt werden“, befürwortet der Landeselternverband eine Versetzung in eine andere Klasse. So eine Entscheidung hinauszuzögern, sei für das Kind alles andere als förderlich, macht der Elternverband auf mögliche psychische Folgen für den Volksschüler aufmerksam.

Bildungsdirektion: „Haben Maßnahmen gesetzt“
Bei der Bildungsdirektion verweist man darauf, dass Maßnahmen veranlasst wurden, um die Situation zu entschärfen. Erwähnt wird eine Begleitung durch eine Beratungslehrperson und die Schulpsychologie. Ein Klassenwechsel ist vorerst kein Thema. Man wolle die Situation weiter beobachten.

Beobachten ist für die Mutter keine Option mehr. Sie will ihrem Sohn nicht noch ein Jahr in einer Klasse zumuten, die ihn offenkundig sehr belastet. Sogar ein Umzug in einen anderen Ort ist für die Familie denkbar. „Das würde uns aber finanziell sehr belasten“, hofft die Mutter doch noch auf eine Zusage für den Klassenwechsel.

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