Di, 17. Juli 2018

Hund und Mensch

20.05.2011 09:23

Jetzt abstimmen: Bellende Hunde beißen nicht!

Wie viele Binsenweisheiten im Bereich der Hundeverhaltensregeln stimmt auch diese nicht. Auch Kläffer schnappen zu, ganz egal, wie groß oder klein sie sind. Sie tun es, und sie tun es so gut wie nie ohne Grund. Fazit: Hundebisse sind vermeidbar!

Laut einer Studie von Dr. Hans Mosser, Arzt und Herausgeber der Hundezeitschrift WUFF passieren die meisten Attacken von Hunden gegenüber Kindern in den eigenen vier Wänden: in 64 Prozent erfolgt die Bissverletzung durch den eigenen Familienhund, in 79,5 Prozent war der Hund dem Kind bekannt. Darin beinhaltet sind allerdings auch leichte Kratzer, die beim Spielen mit den Tieren verursacht werden.

Um künftig solche Unfälle zu vermeiden, rät Dr. Mosser Kleinkinder niemals mit einem Hund unbeaufsichtigt zu lassen. Denn für keinen Vierbeiner kann man die Hand ins Feuer legen. Traurige Tatsache ist, dass in nahezu allen Fällen einzig der Halter die Schuld trägt. "Hunde, die schlecht gehalten werden oder nicht entsprechend ausgelastet sind beißen öfter zu", so Mosser, der auch Präsident des Hundehalterverbandes ist.

In Zahlen ausgedrückt: Jeder fünfte Biss erfolgt durch einen Hund, der auf zu engem Raum lebt oder zu wenig Bewegungsmöglichkeiten hat. Da stellt sich doch unwillkürlich die Frage, wie viele Hundehalter die geeignete Rasse besitzen. Kann man als berufstätige Person einem Husky in der Stadt tatsächlich ausreichend Auslaufmöglichkeiten bieten? Reicht der kurze Besuch einer 200 Quadratmeter großen Hundezone aus, die Lauffreude eines Border Collies zu befriedigen? Wohl eher nicht!

Abgesehen davon, dass Hunde auch geistig gefordert werden müssen. "Je größer der Hund, desto größer auch die Verantwortung", so Mosser. Meist steht das optische Erscheinungsbild des Tieres aber an oberster Stelle. Für ein konfliktfreies Zusammenleben wäre es sehr wichtig, sich über die rassetypischen Eigenschaften und deren Bedürfnisse zu informieren - und erst dann zu wählen. Mosser kritisiert dazu auch die Züchter, die vielfach kein Interesse haben, wie ihre Hunde gehalten werden. Wichtig ist nur, sie gewinnbringend zu verkaufen.

Der Österreichische Hundehalterverband fordert deshalb ein einheitliches Heimtierzuchtgesetz. Darin soll geregelt werden, wer unter welchen Umständen Hunde züchten darf. Ein sehr guter Lösungsansatz! Angedacht werden sollte auch eine Kastrationspflicht, für all jene Hunde, die nicht zur Zucht eingesetzt werden. Damit könnte man verhindern, dass jährlich Tausende unerwünschte Welpen in Tierheimen landen.

Am 20. Mai findet in der Gentzgasse 83, 1180 Wien vom Verein Dogzone ein Vortrag unter dem Motto "Vorsicht, bissig?" statt. Informationen gibt es unter www.dogzone.at, der Eintritt ist frei, um Reservierung wird gebeten. Informationen zum Hundehaltegesetz finden Sie unter www.hundehalterverband.at.

Maggie Entenfellner

Welche Vorschriften sollten Hundehalter einhalten müssen? Wir wollen von dir wissen, welche Vorschläge dir am sinnvollsten erscheinen. Stimme am besten gleich ab! Das Voting und Reaktionen der "Krone"-Leser findest du in der Infobox.

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