„Kann nicht endlich alles normal werden?" Diesen Satz, der eigentlich ein Seufzer ist, hört man jetzt oft. Er hat weniger mit der Pandemie als vielmehr mit dem desolaten Zustand des Landes und Europas im Allgemeinen zu tun. Das betrifft die Innenpolitik und auch die Lage mit Wladimir Putin und der Ukraine.
Die schlechte Nachricht vorweg: Es schaut nicht so aus, als ob die Lage in absehbarer Zeit besser werden könnte. Gerade nimmt der U-Ausschuss Fahrt auf. Im Herbst kommt die Bundespräsidentenwahl, dicht gefolgt von vier Landtagswahlen und den erwartbaren Schmutzkübelaktionen vor den näher rückenden Nationalratswahlen. Der Kampf um die Macht hat schon begonnen, und am Ende werden viele Verlierer auf der Bühne liegen.
Die jetzt zutage kommenden Dokumente über den koalitionsüblichen Postenschacher - neumodisch beschönigend nennt man das jetzt englisch „Sideletter“ - sind bloß ein übler Vorgeschmack. Dabei verrät das nur, dass nie etwas geheim bleibt, und im Land von Sigmund Freud und Erwin Ringel das Geheime als eine landestypische Perversion ganz normal ist.
Unterm Strich zeigt das einmal mehr, dass unter Sebastian Kurz und seinen gefährlich loyalen Gefolgsleuten im Bund und in den Ländern wenig neu, sondern alles wie immer war. Und zum Drüberstreuen bleiben diesmal auch die Grünen als ewig rechthaberische Moralerziehungsanstalt ramponiert zurück. Wenn allerdings fast die gesamte politische Kaste desavouiert ist, bleibt eine Frage: Was kommt dann?
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