27.01.2022 12:48 |

Faire Preise gefordert

Köstinger vs. Handelskonzerne: „Absurdes System“

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hat einmal mehr zu einem Rundumschlag gegen Handelskonzerne ausgeholt. Mit Blick auf die Preisverhandlungen ortete sie „ein schizophrenes und absurdes“ System, das landwirtschaftliche Betriebe unter Druck setze und „dem Ende angehören muss“. Es gelte, faire Preise für die Betriebe zu garantieren, forderte Köstinger. So würden „Millionengewinne auf dem Rücken bäuerlicher Betriebe geschrieben“, kritisierte sie weiter.

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Zuletzt publik gewordene Fälle unfairer Praktiken seien „nur die Spitze des Eisbergs“, verwies sie auf den öffentlich ausgetragenen Streit zwischen dem Fleischverarbeiter Karl Schirnhofer und dem Billa-Konzern Rewe. Von „Erpressungspraktiken“ betroffene Produzenten könnten sich ab März auch an die eigens dafür eingerichtete Ombudsstelle wenden, betonte die Ministerin.

Gesetz in Umsetzung
Gefordert seien „sinnvolle und faire Preise sowie Wertschätzung für die bäuerliche Arbeit“, sagte Köstinger. In diesem Sinne sei mittlerweile ein Gesetz in Umsetzung, das „unfaire Praktiken“ wie überzogene Zahlungsziele seitens des Handels gegenüber den Bauern verbiete. Es gehe darum, die Position der Bauern in der Wertschöpfungskette zu stärken, sagte sie.

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Als Bauer muss man mittlerweile mehr als ein Kilo Schweinefleisch verkaufen, um sich eine Stunde Parken in Wien leisten zu können.

Elisabeth Köstinger (ÖVP)

Auch Verarbeitungsbetriebe gefordert
Köstinger nahm dabei auch die Verarbeitungsbetriebe in die Pflicht, insbesondere mit Blick auf die Schweinefleischproduktion. Als Bauer „müsse man mittlerweile mehr als ein Kilo Schweinefleisch verkaufen, um sich eine Stunde Parken in Wien leisten zu können“, so die Politikerin. Das sei ein völlig absurdes System, das sich vermeiden ließe, wenn sich die Handelsbetriebe das Schweinefleisch nicht billiger aus anderen Ländern kaufen würden.

Herkunft zentrales Thema
Für eine Unterstützung der Bauern zentral sei das Thema Herkunft. Man brauche in Österreich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung, damit für die Konsumentinnen und Konsumenten endlich Transparenz hergestellt werde. Dieses System müsse nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa umgesetzt werden, forderte Köstinger.

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