22.01.2022 19:02 |

„Krone“ an Bord

Mit der Flugpolizei auf Schlepperjagd

Nahezu täglich überqueren Schlepper mit illegalen Migranten die Grenze in Burgenland. Die Flugpolizei unterstützt die Beamten am Boden bei der Jagd auf die Kriminellen.

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Ein Menschenleben zählt für Schlepper nichts. Die Kriminellen schrecken nicht einmal davor zurück, auf Polizisten und Soldaten zu schießen - so geschehen vor rund einer Woche im Südburgenland. Um der kriminellen Menschenschmuggler habhaft zu werden und die illegale Migration einzudämmen, setzt die Polizei im Burgenland auf Luftunterstützung. Die „Krone“ war jetzt mit an Bord.

Nächtlicher Einsatz
17.30 Uhr, Flugeinsatzstelle Schwechat (NÖ). Die Piloten Leutnant Martin Otahal und Chefinspektorin Regine Groll sowie Abteilungsinspektor Günther K. melden sich zum Dienst. Die Landespolizeidirektion Burgenland hat einen Grenzüberwachungsflug angefordert. Während Groll beim Fluggerät vom Typ H135 die technischen Systeme überprüft, holt der 46-jährige Otahal den letzten Wetterbericht ein.

K. wiederum ist für das Herzstück des Hubschraubers, die leistungsstarke Wärmebildkamera, kurz FLIR genannt, verantwortlich. Er vergewissert sich, dass der Infrarotsensor und der Suchscheinwerfer funktionieren. Danach findet die Einsatzbesprechung statt, bei der die geplante Flugroute und einsatztaktische Details gemeinsam erläutert werden.

Teamwork als Schlüssel zum Erfolg
Nun wird es ernst. Die beiden Piloten nehmen auf ihren Sitzen Platz, lassen die zwei 667 PS starken Turbinen an. K. überwacht den Vorgang von außen. Sicherheit und Professionalität gehören zur DNA der Flugpolizei. „Alles in Ordnung“, signalisiert K. den Piloten mit einem Daumen nach oben und nimmt seinen Platz ein. „Police Bravo ist startbereit“, funkt Chefinspektorin Groll an den Tower des Flughafens.

„Startgenehmigung erteilt“ kommt es zurück. Die Maschine hebt ab, Groll fliegt entlang der Donau nach Hainburg, dreht dort Richtung Süden ab bis nach Illmitz. Ihr Kollege unterstützt sie. Auf dem Rückflug werden die Rollen dann getauscht.

Zitat Icon

Aus Sicherheitsgründen sind bei Nacht immer zwei Piloten an Bord. Denn man sieht Hindernisse oft auch erst später als am Tag.

Leutnant Martin Otahal

Mit Argusaugen überwacht K. währenddessen seinen Monitor, entdeckt Fahrzeuge und Lichtquellen auf Wiesen und in Wäldern. Jedes verdächtige Objekt wird identifiziert. Kastenwägen etwa sind beliebte Schlepperfahrzeuge. Wären hier tatsächlich Kriminelle unterwegs, hätten sie keine Chance.

Noch bevor sie den Hubschrauber überhaupt bemerken könnten, hätte dessen Crew die Kollegen am Boden bereits für die Festnahme herangeführt.

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Das Fliegen bei Dunkelheit mit Nachtsichtgeräten ist für die Augen schon sehr anstrengend und daher besonders herausfordernd.

Chefinspektorin Regine Groll

Doch auf diesem Flug werden keine Schlepper gestellt. Die starke Polizeipräsenz am Boden und in der Luft zeigt Wirkung, schreckt die Menschenschmuggler ab - zumindest vorübergehend. Rückflug. Nach knapp zwei Stunden landet die Crew wieder am Stützpunkt. Doch schon bald wird sie zu ihrem nächsten Nachteinsatz starten - damit die Menschen im Burgenland ruhig schlafen können.

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