03.12.2021 09:20 |

„Innovationsbremse“

US-Regierung will Nvidias ARM-Übernahme verhindern

Die US-Regierung will einen Milliardendeal um den Chipdesigner ARM verhindern, dessen Technik in praktisch allen Smartphones steckt. Die geplante Übernahme der britischen Firma durch den Grafikkarten-Spezialisten Nvidia könne Innovationen bremsen, begründete die Handelsbehörde FTC ihre Klage.

Der US-Konzern Nvidia hatte bereits im September 2020 - krone.at berichtete - zum rund 40 Milliarden Dollar (35,35 Milliarden Euro) schweren Kauf von ARM angesetzt. Unter anderem auch in Europa wird das Geschäft unter die Lupe genommen. Es wäre die größte Übernahme in der Halbleiterbranche.

ARM-Chips stecken in fast allen Smartphones
Von ARM stammt die Grund-Architektur der Chips, die in so gut wie allen Smartphones und den meisten Tablet-Computern verwendet werden. Auf Basis der ARM-Designs entwickeln unter anderem Apple und Samsung die Prozessoren für ihre Smartphones. Auch der Chipkonzern Qualcomm, dessen Chips in vielen Android-Telefonen stecken, greift darauf zurück.

Die ARM-Architekturen setzten sich in Smartphones gegen Chip-Systeme des Halbleiter-Riesen Intel durch - unter anderem weil sie deutlich stromsparender arbeiten. Inzwischen werden Chips auf Basis von ARM-Designs auch in Rechenzentren eingesetzt - und Apple greift auf sie in seinen neuen Mac-Computern zurück: Apples M1-Chips basieren ebenfalls auf ARM-Technik.

Nvidia-Rivalen sehen Übernahmepläne skeptisch
Aktuell gehört ARM dem japanischen Technologiekonzern Softbank, der nicht an der Unabhängigkeit der britischen Firma rüttelte. Angesichts der geplanten Übernahme durch Nvidia gab es jedoch bereits Unruhe in der Technologie-Branche. So befürchteten einige ARM-Kunden, dass der Grafikkarten-Spezialist ein Interesse daran haben könnte, künftige ARM-Architekturen besser mit seinen eigenen Produkten zu verzahnen - was ihre Wettbewerbsposition verschlechtern würde. Nvidia wies solche Ängste zurück.

Die Bedenken der FTC gehen nun in die selbe Richtung. Der Deal würde Nvidia erlauben, Konkurrenten auf unfaire Weise zu benachteiligen, argumentierte die Behörde. Sie sieht die Gefahr unter anderem bei Assistenzsystemen in Autos und Prozessoren für Cloud-Dienste. Auch werde Nvidia durch den Kauf von ARM Zugang zu vertraulichen Informationen einiger seiner Konkurrenten bekommen, die ebenfalls Kunden des Chipdesigners sind.

Nvidia hatte zuletzt Mitte November mitgeteilt, dass man mit der FTC im Gespräch darüber sei, wie die Bedenken der Behörde gegen den Deal zerstreut werden könnten.

 krone.at
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