01.12.2021 09:19 |

Falsche Abmahnungen

Betrüger verlangen 2000 Euro von YouPorn-Nutzern

Betrüger versuchen unter dem Deckmantel einer fiktiven Anwaltskanzlei, Nutzern der Porno-Website YouPorn Geld abzuknöpfen. Sie versenden Abmahnungen wegen Urheberrechtsvergehen und fordern 2123 Euro Schadensersatz für das angeblich illegale Streamen eines Pornofilms.

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Vor dieser Masche warnt der auf Urheberrecht spezialisierte deutsche Anwalt Christian Solmecke auf seinem YouTube-Kanal. Er berichtet von Tausenden Abmahnungen, die derzeit per Post und E-Mail an Nutzer der Pornoseite verschickt werden und in denen die angebliche Kanzlei ALHN aus Frankfurt Schadensersatz für illegales Porno-Streaming fordert. Das Geld soll auf ein Konto in Norwegen überwiesen werden.

Laut Solmecke handelt es sich um eine an sich leicht zu erkennende Betrugskampagne. Besagte Kanzlei gibt es gar nicht, die Steuernummer auf den Schreiben ist gefälscht. Außerdem strotzen die Schreiben, in denen angebliche Verletzungen des Urheberrechts einer Firma namens XXfun Film thematisiert werden, nur so vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern und berufen sich auf falsche Paragraphen.

Porno-Konsumenten schon öfter im Visier
Es ist nicht das erste Mal, dass Betrüger Online-Pornokonsumenten ins Visier nehmen: Die pikante Thematik dürfte zumindest einen Teil der Empfänger der Schreiben dazu verleiten, lieber zu zahlen, als eine möglicherweise peinlichen Anzeige zu riskieren.

So erregte vor einigen Jahren - krone.at berichtete - sogar eine reale Anwaltskanzlei mit einer ähnlichen Aktion Aufsehen. Sie inszenierte angebliche Copyright-Vergehen Tausender Nutzer der Pornoseite Redtube, erwirkte beim Landgericht Köln die Herausgabe der IP-Adressen und nahm mit einer Abmahnwelle Hunderttausende Euro ein. In den USA ging ein Anwalts-Duo sogar so weit, selbst Pornofilme zu drehen und in Tauschbörsen zu verbreiten, um Downloader später mit Schadensersatzforderungen zu konfrontieren.

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