02.11.2021 23:54 |

Guten Morgen

Kein angemessenes Wort | Galle und Lichtblick

Diesen schrecklichen Abend, diese fürchterliche Nacht vor genau einem Jahr behält man in Erinnerung. Unter dem Eindruck der Geschehnisse am Allerseelentag 2020 schrieb ich im Newsletter vom 3. November 2020: „Es sollte in Wien ein letzter fröhlicher Abend für Tausende Menschen werden, der Abend vor dem großen Corona-Lockdown in Österreich. Und dann fielen mitten in der Innenstadt, im Bermudaviertel rund um die Synagoge, plötzlich Schüsse... Viele Menschen verkrochen sich in den Häusern, andere rannten um ihr Leben. Die lange gehegte Hoffnung, Österreich sei auch in Sachen Terror eine Insel der Seligen - sie platzte in der Nacht auf heute dramatisch.“ Zu diesem Zeitpunkt war noch gar nicht ganz klar, ob die Terrorattacke am Morgen des 3. November überhaupt schon vorbei war. Mittlerweile wissen wir, dass ein 20-jähriger islamistischer Terrorist vier Menschen getötet und weitere 23 teils schwer verletzt hatte. Nach neun Minuten gelang es der Polizei, den Attentäter zu erschießen. Gestern gedachte man dieser Terrornacht mit mehreren Veranstaltungen. Die Bundespolitik traf sich in der Ruprechtskirche, die vor einem Jahr im Zentrum des Geschehens gestanden war.  Bundeskanzler Alexander Schallenberg sprach davon, dass es dem Terrorismus nicht gelingen dürfe, „uns zu spalten“. Besonders passende Worte fand Bundespräsident Alexander Van der Bellen, als er meinte, dass einem bei so einem Ereignis schlicht die Worte fehlten. Van der Bellen: „Es gibt kein Wort, das angemessen wäre, angesichts dessen, was hier vor einem Jahr passiert ist.“

Galle und Lichtblick. Passende Worte findet er seit Jahrzehnten: „Krone“-Außenpolitik-Doyen Kurt Seinitz hat stets etwas zu sagen - so auch zur Weltklimakonferenz, die gerade in Schottland über die Bühne geht. Dazu schreibt er: „Hilfe! Es kommt einem die Galle hoch, was in Glasgow von den Weltenlenkern alles an heißer Luft, Lippenbekenntnissen, Heuchelei, ja Lügen aufgetischt wird: vollmundige Ankündigungen, die schon bisher nicht eingehalten worden waren.“ Allerdings sieht der geschätzte Kollege Seinitz, längst im sechsten Arbeitsjahrzehnt als Journalist, auch Hoffnung, wenn er schreibt: „Doch es gibt einen Lichtblick: die Jugend. Sie nimmt ihr Schicksal jetzt selbst in die Hand, auch wenn alte Zyniker noch so sehr über die Klima-Gretl spotten.“ Seinitz sieht nicht nur Hoffnung - er macht mit seinem Bewusstsein, mit seiner Haltung Hoffnung: Nein, die Klimakrise geht absolut nicht nur die Jungen etwas an, diese brauchen Menschen aller Generationen als Verbündete. Dann kann es Hoffnung geben, dass die Menschheit die Klimakrise doch noch in den Griff bekommt!

Einen schönen Tag!

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann

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