Migranten sollen für den bürokratischen Aufwand ihrer Flucht nach Großbritannien künftig selbst zahlen müssen. Asylbewerber müssen zuerst die Kosten für ihre Unterbringung und Versorgung zurückzahlen, bevor sie eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen können.
Dabei geht es um eine Summe von rund 10.000 Pfund (ca. 11.600 Euro), wie die Regierung am Montag mitteilte. Mit dem Vorschlag soll die illegale Einwanderung eingedämmt werden. Innenministerin Shabana Mahmood sagte, die Reformen sollten die Belastung für die Steuerzahler verringern.
„Sobald die Menschen in der Lage sind, einen Beitrag zu leisten und die Großzügigkeit des britischen Volkes zurückzuzahlen, erwarten wir, dass sie dies auch tun“, erklärte sie. Den Plänen zufolge sollen nur Erwachsene zur Kasse gebeten werden, die sich die Zahlung leisten können. Die Regelung soll nicht rückwirkend gelten, Kinder wären ausgenommen.
Migration als heikles Wahlkampfthema
Die Einwanderung ist eines der umstrittensten Themen in der britischen Politik. Die regierende Labour-Partei steht unter Druck durch die Partei Reform UK von Nigel Farage, die die Abschiebung von bis zu 600.000 Asylbewerbern versprochen hat.
Der Vorstoß kommt zudem zu einem politisch heiklen Zeitpunkt für Labour, da Premierminister Keir Starmer seinen Rücktritt angekündigt hat. Nach Schätzungen des Innenministeriums beliefen sich die jährlichen Kosten für die Unterbringung und Unterstützung von Asylbewerbern im vergangenen Jahr auf etwa vier Mrd. Pfund (4,64 Mrd. Euro).
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