25.10.2021 11:12 |

Auch als ÖVP-Chef

Umfrage: Mehrheit will kompletten Kurz-Rückzug

Sein Rücktritt als Bundeskanzler hat vielen Österreichern offenbar nicht gereicht: Ein Großteil der Bevölkerung wünscht sich, dass Sebastian Kurz die Politik ganz verlässt. 65 Prozent sind dafür, dass er sich also auch als Klubobmann und Parteichef der ÖVP zurückzieht. Nur 27 Prozent sprechen sich für einen Verbleib aus. Das geht aus einer vom Meinungsforscher Peter Hajek durchgeführten Umfrage hervor. Bundeskanzler Alexander Schallenberg wird darin als der geeignetste ÖVP-Kanzler bewertet.

Die Befragung, die für APA und ATV durchgeführt wurde, fand von 18. bis 21. Oktober statt. Es wurden 800 Menschen ab 16 Jahren online und telefonisch befragt. Die Schwankungsbreite beträgt plus/minus 3,5 Prozent.

81 Prozent der ÖVP-Wähler wollen, dass Kurz bleibt
„Soll Sebastian Kurz weiterhin Klubobmann und Parteichef bleiben oder soll er sich aus allen politischen Funktionen zurückziehen?“ 65 Prozent sind für den Rückzug, 27 Prozent dagegen, acht Prozent machten keine Angabe. Unter ÖVP-Wählern sah das allerdings ganz anders aus: Ganze 81 Prozent sprachen sich für einen Verbleib von Kurz in der Politik aus, 13 Prozent für einen kompletten Rückzug.

Auch bei der Frage, „welche Person als ÖVP-Kanzler geeignet wäre“, schneidet Kurz gar nicht gut ab. Nur 23 Prozent finden, dass er „sehr“ bzw. „eher geeignet“ ist. 68 Prozent finden ihn „wenig“ und „überhaupt nicht geeignet“. Der Rest machte keine Angaben. Schallenberg hat mit 41 Prozent Zustimmung und 46 Prozent Ablehnung den besten Wert unter den abgefragten ÖVP-Persönlichkeiten. Auch ÖVP-Wähler halten Schallenberg für geeigneter als Kurz. Dort kommt er auf 88 Prozent Zustimmung und nur sieben Prozent Ablehnung. Allerdings hat auch Kurz unter den ÖVP-Wählern relativ gute Werte mit 71 Prozent Zustimmung, 25 Prozent Ablehnung.

Innenminister Karl Nehammer (22 Zustimmung/63 Ablehnung), Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (18/61) und Europaministerin Karoline Edtstadler (15/58) haben (in der Gesamtbevölkerung) ähnliche Werte. Die Landeshauptleute Wilfried Haslauer (Salzburg) und Hermann Schützenhöfer (Steiermark) haben jeweils 20 Prozent Zustimmung und 45 bzw. 51 Prozent Ablehnung.

Kritik an Umschwenken der ÖVP-Minister
Zu Beginn der Regierungskrise hatten sich alle ÖVP-Regierungsmitglieder hinter Kurz gestellt und unterschrieben, dass sie zurücktreten, wenn Kurz nicht Kanzler bleibt. Nun sind aber alle im Amt geblieben - das wird kritisch gesehen. 52 Prozent lehnen das ab, 35 sind für den Verbleib der Minister. 14 Prozent haben keine Meinung dazu.

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