Südkorea will Analyse

Nordkorea: Test von Hyperschall-Rakete erfolgreich

Ausland
29.09.2021 09:50

Nordkorea hat laut Staatsmedienberichten erfolgreich eine Hyperschall-Rakete getestet. Der Test der Hwasong-8-Rakete sei am Dienstag erfolgt und von „großer strategischer Bedeutung“, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Nordkorea wolle seine Verteidigungskapazitäten um ein „Tausendfaches“ erweitern. Demnach wurde die Rakete aus der Provinz Jagang abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae In forderte eine „umfassende Analyse“ des Vorgangs.

Der Test habe die „navigatorische Kontrolle und die Stabilität der Rakete bestätigt“, erklärte KCNA. „Die Testergebnisse haben bewiesen, dass alle technischen Spezifikationen den Planungsanforderungen gerecht werden.“

Staatsmedien veröffentlichen Fotos
Verfolgt wurde der Raketentest laut KCNA von dem Top-Funktionär Pak Jong Chon. Den Machthaber in Pjöngjang, Kim Jong Un, erwähnte die Nachrichtenagentur in dem Bericht nicht. Die Staatszeitung „Rodong Sinmun“ veröffentlichte ein Foto, das die Rakete beim Start zeigen soll.

Dieses Bild der nordkoreanischen Regierung soll den Raketentest zeigen. (Bild: AP)
Dieses Bild der nordkoreanischen Regierung soll den Raketentest zeigen.

Das südkoreanische Militär hatte den nordkoreanischen Raketentest am Dienstag bekannt gegeben, jedoch keine Daten zur maximalen Flughöhe und der Flugstrecke öffentlich gemacht. Südkoreanische Medien berichteten jedoch unter Berufung auf nicht genannte Quellen, dass das Geschoß „andere Flugeigenschaften“ aufgewiesen habe als in der Vergangenheit von Nordkorea abgefeuerte Raketen. Südkoreas Präsident Moon Jae-in forderte eine „umfassende Analyse“ des Vorgangs.

Nordkorea will weiter aufrüsten
Hyperschall-Raketen erreichen weitaus höhere Geschwindigkeiten als herkömmliche Raketen. Sie sind zudem flexibler, was ihre Zerstörung durch Raketenabwehrsysteme stark erschwert. Laut KCNA gehörte die Entwicklung einer Hyperschall-Rakete zu den fünf „Top-Prioritäten“ des Fünf-Jahres-Plans der Führung in Pjöngjang im Rüstungsbereich.

Sowohl Nord- als auch Südkorea vergrößern aktuell ihre Waffenarsenale. Beobachter befürchten ein Rüstungswettrennen in Ostasien, das auch Auswirkungen auf China und Japan haben könnte. Diesen Monat testete Nordkorea, das wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen steht, nach eigenen Angaben bereits einen Marschflugkörper mit großer Reichweite.

Auch Südkorea testet Raketen
Auch in Südkorea fließen Milliarden in die Waffenentwicklung. Kürzlich testete Seoul erstmals eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete. Am Dienstag fand eine feierliche Zeremonie zur Inbetriebnahme eines U-Boots statt, das ballistische Raketen mitführen kann.

Das südkoreanische U-Boot Shin Chae Ho kann ballistische Raketen mitführen. (Bild: AFP)
Das südkoreanische U-Boot Shin Chae Ho kann ballistische Raketen mitführen.

Die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea waren weitgehend zum Erliegen gekommen, seit ein Gipfeltreffen Kim Jong Uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump in Hanoi scheiterte. Washington und Seoul sind enge Verbündete. In Südkorea sind derzeit rund 28.500 US-Soldaten stationiert. Der Raketentest vom Dienstag war von den USA und anderen westlichen Regierungen, darunter der Bundesregierung, scharf verurteilt worden.

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