16.09.2021 06:48 |

„Wirksames Mittel“

Nordkorea kann nun Raketen von Zügen abfeuern

Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge mit einem Raketentest erfolgreich die Einsatzbereitschaft seiner ersten mobilen Abschussrampe auf einem Zug erprobt. Die selbst erklärte Atommacht bestätigte damit am Donnerstag die Starts von zwei ballistischen Kurzstreckenraketen am Vortag. Das Raketensystem auf Zügen sei bei dem Test am Mittwoch eingesetzt worden, berichteten die Staatsmedien. Dies sei ein „wirksames Mittel des Gegenangriffs", so die Regierung.

Das Waffensystem sei dazu in eine Bergregion im Inland verlegt worden, um eine Zielregion in 800 Kilometer Entfernung im Meer vor der Ostküste zu treffen. Das „Raketensystem auf Zügen dient als wirksames Mittel des Gegenangriffs“ gegen Kräfte, die das Land bedrohten, wurde Pak Jong-chon, ein Sekretär der herrschenden Arbeiterpartei, zitiert. Pak leitete den Berichten zufolge die Abschuss-Übung an. Das System sei dabei Teil einer neuen Verteidigungsstrategie, um besser Mehrfachschläge ausführen zu können. Ziel sei es, eine „Raketenbrigade auf Zügen zu einem frühen Zeitpunkt in der Zukunft“ einzurichten, sagte Pak.

Südkorea testete zeitgleich Raketenabschuss von untergetauchtem U-Boot
Südkoreas Präsident Moon Jae-in hatte den jüngsten Raketentest des Nachbarlands, das wegen seines Atomwaffenprogramms weitgehend isoliert ist, als „Provokation“ bezeichnet. Moons Büro hatte am selben Tag mitgeteilt, dass Südkorea ebenfalls eine ballistische Rakete getestet habe. Sie sei erfolgreich von einem untergetauchten U-Boot gestartet worden. Moon habe den Test der U-Boot-gestützten ballistischen Rakete (SLBM) in einem Testzentrum beobachtet.

Die Raketentests der beiden verfeindeten Bruderstaaten erfolgte nur wenige Tage nach der Erprobung von zwei Marschflugkörpern durch Nordkorea. Im Gegensatz zu Marschflugkörpern unterliegen Tests von ballistischen Raketen einem Verbot durch bestehende UN-Resolution gegen Nordkorea. Solche Raketen können je nach Bauart auch Atomsprengköpfe befördern

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