Fax mit Folgen

AK warnt Betriebe vor Abzocke mit Internet-Stadtplan

Burgenland
04.03.2011 14:35
Vor Abzocke im Internet, die Unternehmen im Visier hat, warnt die Arbeiterkammer Burgenland. Anlass ist der Fall eines Betriebes im Südburgenland. Einer Mitarbeiterin im Büro wurde telefonisch mitgeteilt, dass ihre Firma einen einjährigen Gratisvertrag mit einem Verlag über einen Eintrag in einem Internetstadtplan abgeschlossen habe. In Kürze würde dieser - kostenpflichtig - verlängert.

Die Frau wollte daraufhin per Fax den behaupteten Vertrag stornieren. Mit ihrer Unterschrift schloss sie jedoch einen echten Vertrag ab, mit dem sie ihre Firma zur Zahlung von mehreren Tausend Euro verpflichtete.

Mit einem Trick sollen dabei die jeweiligen Gesprächspartner in den Firmen unter Druck gesetzt werden. Denn der Anrufer behauptet, dass die automatische Vertragsverlängerung zustandekomme, wenn die Stornierung nicht am selben Tag bis 12 Uhr erfolge. Die betroffene Mitarbeiterin erhielt Minuten später ein Fax, das sie mit dem Firmenstempel versah und an das Unternehmen des Anrufers zurückfaxte.

Das "Kleingedruckte" in der Eile nicht bemerkt
Den Text im Kleingedruckten hatte die Mitarbeiterin in der Eile nicht bemerkt. Dort war festgehalten, dass mit der Rückantwort ein "Anzeigenauftrag" zustande kam. Für die Veröffentlichung der Firmendaten in einem Internet-Stadt- beziehungsweise -Dorfplan soll der "Auftraggeber" 1.798 Euro pro Jahr zahlen.

"Für Mitarbeiter, denen das passiert, ist das alles andere als fein", so Eva Schreiber von der Konsumentenschutzabteilung der AK Burgenland. Beim Versuch, das Geschäft rückgängig zu machen, gibt es ein Problem: Wer bei der Firma, die das Geschäft anbietet, anrufen will, erreicht lediglich ein Tonband.

"Keine Chance" Zahlungen durchzusetzen
Privatpersonen hätten in diesem Fall automatisch ein Rücktrittsrecht. Bei Firmen sei das anders. Dennoch ist die Konsumentenschützerin der Ansicht, dass Unternehmen, die mit solchen Tricks arbeiten, damit nicht durchkommen. Einen derart zustande gekommen Vertrag könne man auf alle Fälle anfechten, so Schreiber: "Diese Firmen hätten keine Chance, die Zahlung durchzusetzen, wenn es hart auf hart geht." Betriebe, die Opfer dieses Tricks wurden, sollen mit der Wirtschaftskammer Kontakt aufnehmen, rät die AK.

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