Sebastian Kurz ist wieder da. Fast zwei Wochen hatte der Kanzler den Innenminister und den Außenminister alleine gelassen. Die zwei Daheimgebliebenen blamierten sich prompt als Freiwillige in Sachen Afghanistan für ein paar Populismuspunkte im Dienste der Partei.
Internationaler Schaden wurde keiner angerichtet. Die Weltpolitik wird von den beiden steuerbaren Regierungsmitgliedern kaum Notiz genommen haben.
Nun hat aber Kurz seine Sommerferien beendet. Er setzt die türkise Flüchtlingsgeschichte dort fort, wo seine Minister aufgehört haben. Der Kanzler stellt sich dabei nur schlauer an. Deshalb ist ja auch er Kanzler und nicht Nehammer oder Schallenberg.
Jetzt werden sich wieder viele über die Härte des Kanzlers in der Flüchtlingspolitik aufregen. Die Empörung kann man sich sparen. Österreich hat auf die Vorgänge in der Welt so gut wie keinen Einfluss. Das hat der Kanzler am Sonntag auf PULS 4, in der heuer besten Reihe politischer TV-Sommergespräche, ganz offen zugegeben. „Es ist wichtig, sich selbst einzugestehen: Nicht alles liegt in unserer Macht.“ Dieses Bekenntnis ist von einer verblüffenden Ehrlichkeit und die zentrale Erkenntnis in der komplexen Migrationsfrage.
Der rhetorische Rest gilt bloß der Beruhigung einer berechtigterweise verunsicherten Bevölkerung. Andererseits dient das Getöse von Kurz & Co. der Abdichtung zum schlauesten politischen Mitbewerber der Türkisen, den Freiheitlichen unter Herbert Kickl. Der ist heute Abend in den „Sommergesprächen“ auf ORF 2 zu sehen.
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