Das könnte sich ändern

Viele wollen was: Förderung für Bäder am Prüfstand

Tirol
24.04.2026 20:00

Tirols Hallenbäder wurden im Winter gut besucht. Kapazitäten werden knapp. Viele wollen um- und ausbauen. Die Betreiber fordern einen zweiten Bädertopf und eine Neuausrichtung der Förderkriterien. 

Schwimmen, Planschen, Saunieren – in den 21 im Winter geöffneten Hallenbädern Tirols haben sich im Winter mehr Besucher als im Vorjahr getummelt. Michael Kirchmair, Berufsgruppensprecher in der Wirtschaftskammer, und sein Stellvertreter Ulrich Mayerhofer ziehen zufrieden Bilanz. „Die Steigerungen machen drei bis fünf Prozent aus“, konkretisiert Mayerhofer. Allerdings würden einige Bäder wie jenes in Innsbruck-Höttinger Au an Kapazitätsgrenzen stoßen, etwa bei Schwimmkursen für Schulen.

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Wir brauchen nachvollziehbare Förderkriterien und eine konsequente Priorisierung von Projekten mit einem regionalen Mehrwert.

Michael Kirchmair, Berufsgruppensprecher Tiroler Bäder

Viele Wünsche an den Bädertopf des Landes
In Hötting wird nun saniert – und vielleicht bald ausgebaut. Wie berichtet, hat das Land diese Woche Förderungen für die Sanierung der Hallenbäder Höttinger Au und Ehrwald aus dem mit 75 Millionen Euro dotierten Bädertopf beschlossen. Viele weitere Projekte sind in Prüfung oder Ausarbeitung. Berufsgruppensprecher Kirchmair pocht daher auf eine Fortführung der Bäderförderung über das Jahr 2029 hinaus. Er rechnet vor, dass in Summe schon jetzt mehr oder weniger konkrete Projekte im Ausmaß von 100 Millionen Euro in Planung sind.

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Weg vom Prinzip „first come...“ wird gefordert
Die Wirtschaftskammer will auch eine Neuausrichtung der Förderkriterien. „Es darf nicht nach dem Prinzip ,first come, first serve’ gehen, sondern nach ,best come, first serve’. Gefördert werden sollen jene Projekte, die einen nachhaltigen Mehrwert für die jeweilige Region schaffen“, betont Kirchmair. Konkret sei die Förderung von Hallenbädern vorrangig gegenüber Freibädern, weil diese unter anderem ganzjährig Schwimmkurse für Schulen ausrichten können.

Auch kleinere Projekte sollen gefördert werden
Auch die für eine Förderung notwendige Mindestinvestition von zwei Millionen Euro gilt es laut Kirchmair zu überdenken. „Notwendige Sanierungen liegen oft deutlich darunter. Deshalb setzen wir uns für eine Absenkung auf 200.000 Euro ein, um auch diese Projekte zu ermöglichen.“

Der Neubau des Regionalbades in Axams schreitet rasch voran.
Der Neubau des Regionalbades in Axams schreitet rasch voran.(Bild: Christof Birbaumer)

Wie es letztlich weitergeht, das ist noch offen. LHStv. Philip Wohlgemuth (SPÖ) hat als zuständiger Referent eine Evaluierung des Förderinstruments Bädertopf angekündigt. Kirchmair glaubt, dass diese bei der nächsten Sitzung des Bäderbeirates Ende Mai fixiert werden könnte. Der Branchenvertreter drängt auf eine rasche Evaluierung, um Klarheit für anstehende Projekte zu schaffen.

22 Millionen Euro aus dem Bädertopf sind mit dem Neubau des Regionalbades Axams (Fertigstellung 2027) und den Sanierungen in der Höttinger Au und in Ehrwald bereits weg. Darüber hinaus sind 13 Millionen Euro für weitere Projekte versprochen. Und die Liste der Begehrlichkeiten wird nicht kürzer.

Erhebung der Uni
Eintritte decken nur die Hälfte der Kosten

Bäder sind ein Minusgeschäft. Das weiß jeder Bürgermeister. Wie sehr, zeigt eine Befragung von Bäderbetreibern in ganz Tirol durch das Institut für Sportwissenschaften an der Uni Innsbruck. Demnach decken die Eintritte nur rund die Hälfte der Kosten (52%). 25 Prozent kommen als Zuschuss von den Gemeinden, sieben Prozent über Kartenverbünde, sechs Prozent vom Land, fünf Prozent über die Gastronomie und der Rest über andere Kanäle. „Energie- und Personalkosten, aber auch technische Sanierungen werden als größte Herausforderungen genannt“, erläutert Studienautor Martin Schnitzer.

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Beim Blick auf den hohen Kostendruck und auf die Gästestruktur sind Regionalbäder in einem Gemeindeverbund eine gute Lösung.

Martin Schnitzer, Uni Innsbruck

Die Befragung zeigt auch, dass Bäder wichtig für die Einheimischen sind. Ihr Anteil macht mehr als 70 Prozent der Besucher aus: 40 Prozent der Nutzer sind Familien mit Kindern, 23 Prozent Touristen, zwölf Prozent Senioren und zwölf Prozent Jugendliche. Der Rest verteilt sich auf andere Gruppen (z. B. Vereine).

In einem weiteren Schritt werden jetzt die Badegäste von der Uni befragt. Jeder kann mitmachen. Die Umfrage ist online abrufbar unter: soscisurvey.de/Gaestebefragung_Baederstudie/

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