03.08.2021 06:00 |

Weiterhin zu groß

Die Lohnschere zwischen den zwei Geschlechtern

Pensionen und Gehälter von Frauen sind um mehr als ein Drittel geringer als von Männern. Das liegt auch daran, dass acht von zehn Teilzeitjobs von Frauen besetzt sind.

Der Gender-Pay-Gap ist auch in der Pandemie groß geblieben. Rund 36 Prozent beträgt der (unbereinigte) Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen. Selbst unter Vollzeitbeschäftigten sind es noch immer mehr als 14 Prozent. Auch wenn man die Qualifikationen einbezieht, liegt der „unerklärbare“ Pay-Gap noch immer bei bis zu elf Prozent, rechnet die Agenda Austria vor.

Unterschiede auch in Pension
Die Unterschiede bleiben nach der Pensionierung bestehen: Rund 40 Prozent weniger Pension springt für Frauen heraus, zeigt eine Studie, die Lücke wird nur langsam kleiner. 851 Euro weniger pro Monat bekommen Frauen auf ihr Pensionskonto ausgezahlt. Die niedrigen Renten hängen vor allem von den Gehältern ab.

Aber woran liegt es, dass der Unterschied noch immer so groß ist? Teil der Misere ist der große Teilzeit-Anteil bei Frauen: Die Anzahl dieser Stellen hat seit 1994 um mehr als 150 Prozent zugenommen. „Vier von fünf Teilzeitstellen werden von Frauen besetzt“, so Ökonomin Heike Lehner von der liberalen Denkfabrik Agenda Austria.

Berufswahl spielt eine Rolle
Auch die Berufswahl spiele eine Rolle. Frauen arbeiten oft in schlecht bezahlten Branchen. So sind die häufigsten weiblichen Lehrberufe Bürokauffrau, Einzelhandelskauffrau und Friseurin, während Männer öfter in gut bezahlten technischen Berufen wie Mechatroniker oder Elektrotechniker ausgebildet werden.

Bei der Kinderbetreuung klafft ebenso eine große Lücke. So sind 61 Prozent der Frauen mit Kindern gezwungen, weniger zu arbeiten (Teilzeit, Karenz), bei Männern sind das aber nur 15 Prozent. Nur acht Prozent der Väter gehen in Karenz, mehr als 60 Prozent der Frauen schaffen hingegen keine 40 Versicherungsjahre. Für Lehner sind daher bessere Kinderbetreuungsangebote essenziell. Dazu kommt, dass auch bei der Pflege von Angehörigen öfter Frauen (neun Prozent) als Männer (sechs Prozent) im Einsatz sind.

 Kronen Zeitung
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