Bei der letzten einer Serie von acht Begegnungen mit Phobos erfasste die hochauflösende Stereokamera HRSC die Gesamtansicht von Phobos in hoher Auflösung und nahm die Südhemisphäre des unregelmäßig geformten Mondes auf. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hatten die Aufnahmen, bei denen die Sonde mit einer Geschwindigkeit von 2,3 Kilometern in der Sekunde an Phobos vorbeiflog, geplant und verarbeiteten die Daten.
Da die "Mars Express"-Sonde in einer elliptischen Umlaufbahn um den Roten Planeten fliegt, entfernt sie sich regelmäßig vom Mars und nähert sich dabei im Schnitt alle fünf Monate auch Phobos an. Dieser umrundet den Mars in einer Entfernung von etwa 6.000 Kilometern.
Aufnahmen der Südhalbkugel
Mit den Aufnahmen dieses Vorbeiflugs konnten die Wissenschaftler große Teile der Südhemisphäre des Mondes erstmals in einer Auflösung von 3,8 Metern pro Pixel aufnehmen. Dabei scannte die Stereokamera HRSC den etwas über 20 Kilometer großen Mars-Mond mit fünf der neun Sensoren, die auf der Kamera hintereinander angeordnet sind. Gerade einmal eine Minute waren die Sensoren insgesamt angeschaltet, für jeden Sensor war Phobos nur neun Sekunden im Blickfeld.
Die HRSC-Aufnahmen sind so genau, dass sogar ein rund hausgroßer Felsblock auf der Oberfläche des Mars-Trabanten, dessen Form ein wenig an eine überdimensionale Kartoffel erinnert, deutlich sichtbar ist. Rechts unten im Bild ist - durch einen roten Punkt markiert - übrigens der Südpol des Mars-Mondes zu sehen.
Informationen für russische Landemission
Wichtig ist die Auswertung der nun erstellten Aufnahmen unter anderem für die russische Mission "Phobos Grunt" ("Grunt" bedeutet im Russischen "Boden"), die im November zum Mars-Mond starten soll. Die Mission sieht unter anderem vor, dass ein Landemodul auf Phobos aufsetzt, mit einem Roboterarm Gesteins- und Staubproben einsammelt und diese in einer Kapsel zurück zur Erde transportiert. Das Landemodul selbst soll dann noch ein Jahr lang von der Oberfläche des Mondes aus wissenschaftliche Messungen in der Marsumgebung vornehmen.
Foto: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)
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